Hamburgs versteckte Paradiese
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Teil 5: Wohlers Park in Altona: Gräber, Blumen, leise Töne

Das große schmiedeeiserne Kreuz prangt über einem gräflichen Wappen. Das wiederum ist über einer schweren Metalltür angebracht, eingerahmt von zwei Säulen. Das Mausoleum von Conrad Daniel Graf von Blücher-Altona (1764-1845) ist das eindrucksvolle Highlight des Wohlers Parks, eines Refugiums für Geschichts-Interessierte, Grill-Fans, Kiffer, Frisbee-Spieler oder Thai-Chi-Anhänger.

Olliver Lenhart (24) kommt extra aus Rothenburgsort, um im Wohlers Park Gitarre zu spielen.
Olliver Lenhart (24) kommt extra aus Rothenburgsort, um im Wohlers Park Gitarre zu spielen.
Foto: Florian Quandt

Der kleine Park, der etwas eingeklemmt zwischen den Hochhäusern an der Norderreihe und der Max-Brauer-Allee in Altona liegt, war einmal ein Friedhof. 1831 eröffnet, wurde er zur Ruhestätte der Altonaer Prominenz. Deswegen hat die Familie Blücher hier auch ihr Mausoleum errichtet. Ursprünglich aus Mecklenburg stammend, war Conrad von Blücher der Neffe von Leberecht Fürst von Blücher, des berühmten „Marschalls Vorwärts“ (1742-1819) und Napoleon-Bezwingers.

Conrad von Blücher wurde Hofmarschall des dänischen Königs und 1808 zum Oberpräsidenten der zweitgrößten dänischen Stadt, das nämlich war Altona damals, ernannt. 1813 rettete der wackere Graf die Stadt vor der Zerstörung durch die Franzosen und nahm die vom französischen Heer vertriebenen Hamburger auf. 1842 half der Träger des berühmten königlich-dänischen Elefanten-Ordens der Hansestadt, die Folgen des Großen Brands zu tragen.

Genug vom Ausflug in die Geschichte. Seit 1945 wird im Wohlers Park niemand mehr beigesetzt und bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen pulsiert hier das Leben. Zwischen den bemoosten Grabsteinen und prächtigen Rhododendron-Hecken sitzt Olliver Lenhart aus Rothenburgsort. Der 24-Jährige spielt Frank Zappas „Bobby Brown“ auf der Gitarre und schwärmt: „Supergut hier. Ich liebe diesen Park.“

Verwunschen wirkt sie, die kleine grüne Oase unweit des Kiezes, man würde sich nicht wundern, wenn in der Dämmerung plötzlich ein paar Elfen zwischen den verfallenen Gräbern auftauchen würden. Und tatsächlich huschen manchmal Zauberwesen durch das Grün – Mitglieder der Theatergruppe „Elfen im Park“, die den alten Friedhof jedes Jahr im Sommer als Kulisse nutzen.

Speicherstadt
Foto: Quandt

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