Hamburgs versteckte Paradiese
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Teil 2: Paradies: Falkenried

Von der feinen Welt Eppendorfs spürt man hier nicht viel, dabei beginnt sie bereits auf der anderen Straßenseite. Wer zum ersten Mal die Falkenried-Terrassen in Hoheluft besucht, dem fallen sofort drei Dinge auf: Obstbäume, spielende Kinder und das entspannte Kommunen-Feeling.

Lebensqualität auf den Falkenried-Terrassen: Mitten in der Stadt unter alten Bäumen im ruhigen Hinterhof ein Glas Rotwein trinken.
Lebensqualität auf den Falkenried-Terrassen: Mitten in der Stadt unter alten Bäumen im ruhigen Hinterhof ein Glas Rotwein trinken.
Foto: Florian Quandt

„Ich wohne seit 37 Jahren hier – und will auch nie wieder weg“, sagt Akgül Senel, während sie sich in ihrem Stuhl vor der Haustür zurücklehnt und die Hände hinter den Kopf legt. „Meine Kinder sind hier groß geworden, und heute Morgen haben meine Enkelkinder auf der Terrasse gespielt“, sagt die 56-Jährige. In den Sechzigern kam sie mit ihrem Mann aus der Türkei nach Hamburg und fand in den schmalen Häusergassen an der Straße Falkenried ihr neues Zuhause.

Gute Nachbarschaft auf engem Raum

Doch damals waren die insgesamt 20 Kopfbauten und 89 Terrassenhäuser, die Ende des 19. Jahrhunderts für die Arbeiter der ehemaligen Fahrzeugwerke Falkenried gebaut wurden, längst nicht so vorzeigbar wie heute. Zwar wurde ein Großteil des sanierungsbedürftigen Areals von den Wohnungsbaugesellschaften SAGA und Neue Heimat Nord gekauft, doch bis in die 80er Jahre stark vernachlässigt. Erst als 1973 eine Mieterinitiative auf den Plan tritt, kommt Bewegung in die Sanierungspläne. Bis heute organisieren sich die Anwohner alleine – als selbstverwaltete Mietergenossenschaft.

„Der starke Zusammenhalt hier ist einfach toll“, schwärmt auch Annecristie Badiu, die seit 2004 in einer Zweizimmerwohnung lebt und alle Nachbarn gut kennt. Viele bauen vor ihrer Haustür Gemüse an oder kümmern sich um die vielen Katzen und die zahlreichen Apfelbäume. „Wenn das Obst reif ist, dann wird hier einfach ein Korb hingestellt und alle dürfen sich bedienen“, sagt die 36-Jährige.

Während die Kinder zum anliegenden Bolzplatz toben, sitzen Studenten und Alteingesessene beim Sonnenuntergang zusammen und plaudern über die nächsten Projekte: Flohmärkte, Sommerfeste oder gar Pony-Reiten werden hier regelmäßig veranstaltet, alles mit alternativer Note. Ex-HSV-Star Rafael van der Vaart wohnte einst auf der anderen Straßenseite in einem teuren 400-Quadratmeter-Loft. Darüber können die Anwohner der Falkenried-Terrassen nur schmunzeln – sie wohnen auf engem Raum und leben den nachbarschaftlichen Geist einer modernen Wohlfühl-Kommune.

Speicherstadt
Foto: Quandt

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