Wuchtige Bäume mit mächtigen Kronen trennen ein grünes Kleinod vom tosenden Ring 2. Dort Tausende Autos pro Tag, hier Mütter, die mit ihren Kleinkindern spielen, Jogger, die ihre Runden drehen, ausladende Weiden und ein einladender Teich.
Der Eimsbütteler Park ist eines Oase im Herzen des Stadtteils. Der Park, der von Anwohnern nur „Der Weiher“ genannt wird, war einst in Privatbesitz. 1872 hatte der Bremer Spekulant W. C. F. Büsing einen Teil des ehemaligen Lutteroth’schen Besitzes erworben. Er wollte den Bereich in Parzellen aufteilen und die als Baugelände für eine Villenkolonie verkaufen. Senatoren und Reeder verbrachten dort später ihre Sommer. Noch heute zieren noble Häuser den Eimsbütteler Park.
Bei der Genehmigung des Büsing’schen Projekts hatte die Stadt vertraglich festgelegt, dass die Anlagen öffentlich zugänglich sind. Anlieger mussten Wege und Teiche pflegen, die öffentliche Hand sparte Kosten. Die Angst vor Bauspekulanten aber wuchs. Die Stadt musste investieren, kaufte das Parkgelände und weitere Grundstücke. Im Tausch gegen drei Bauplätze an der Mundsburg erwarb sie 1892 von Büsing den Park und vergrößerte das Areal. Inzwischen gibt es dort sogar ein Café und einen riesigen Spielplatz.
Vom Balkon des angrenzenden Studentenwohnheims hat man einen traumhaften Blick auf das Gelände, durch das die Ottersbek fließt. Fahrrad fahren ist im Park verboten, Enten füttern schadet dem Park – ist aber Hobby einiger Spaziergänger. Anwohner warnen vor fetten Ratten, die sich das ganze Brot schnappen. Da genießt man doch lieber den Blick auf die Entenfamilien.
Umgeben von Ahorn-Bäumen, Kastanien und Weiden steht Karina Holst (40). Sie schwärmt: „Wenn man überlegt, dass hier direkt der Ring 2 verläuft, ist es doch sehr ruhig. Das ist eine grüne Oase.“ Mehrmals in der Woche genießt sie die Stimmung des Eimsbütteler Parks. Wie so viele.
In dieser Serie zeigen wir Ihnen, wie überraschend, exotisch und aufregend Ihre Stadt ist. 20 Orte, die echtes Urlaubs-Feeling bieten.
