Hamburgs versteckte Paradiese
So überraschend, exotisch und aufregend ist Hamburg. 20 Orte, die echtes Urlaubs-Feeling bieten.

Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 20.7.2011

Teil 14: Insel-Idyll in der Stadt

Von Simone Pauls (Text) und Florian Quandt (Fotos)
Foto: Florian Quandt

Wie lange dauert es, ein Paradies zu erschaffen? Ehrhard Sanders (56) kennt die Antwort. Es dauert vier Jahre. Diese Zeit hat er benötigt, um ein trübes Grundstück in einen üppig blühenden Kleingarten zu verwandeln. Dazu die Lage am Wasser – fertig war das Paradies auf der Billerhuder Insel, dem schönsten Kleingartengebiet der Stadt.

Man hat noch den Verkehr der nicht weit entfernten Eiffestraße im Ohr, 30 Autosekunden später hört man: nichts. Nun gut, ein paar Enten quaken vor sich hin und die Ruder der vorbeigleitenden Boote hinterlassen beim Eintauchen ins Wasser ein leichtes Plätschern. Ansonsten himmlische Stille.

„Ja, hier kann man zur Ruhe kommen“, sagt Ehrhard Sanders, seit zwölf Jahren Pächter einer Parzelle am Wasser. Das 40 Hektar große Kleingarten-Paradies am Ausschläger Billdeich (Rothenburgsort) gibt es seit 1921. Die Bille umfließt das Inselchen, ein Teil der 600 Parzellen liegt am Wasser. Gegen Kriegsende gab es auf der Insel Behelfsheime.

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Einer der stolzesten Kleingärtner ist Ehrhard Sanders aus Hohenfelde. Seine 380-Quadratmeter-Parzelle am Wasser: ein verwunschener Traum. „Ich habe alles selbst angelegt. Als ich das Grundstück übernommen habe, war hier nichts“, sagt er.

Rund um die Hütte duftet es nach Lavendel und Thymian, im Wind raschelnder Bambus sorgt für lauschige Ecken, im Gemüsegarten recken sich Zucchini und Tomaten der Sonne entgegen. Am Steg liegt ein Motorboot. Damit um die Insel zu tuckern, dauert zehn Minuten.

Wer ins Paradies will, muss Geduld haben – oder Glück. Bis zu 20 Jahre dauert es, bis so ein Wassergrundstück frei wird. Ehrhard Sanders musste damals nicht lange warten, weil das verkommene Grundstück niemand haben wollte. Vier Jahre Arbeit und eine fünfstellige Summe investierte er.

Im Sommer verbringt er mit Ehefrau Angelika (58) jede freie Minute auf der Insel. Einen Nachteil gibt es jedoch: Dieses Paradies hat man nicht für sich allein. Kaum scheint die Sonne, stehen verzückte Freunde auf der Matte. Aber damit, so versichern die Sanders, können sie gut leben.

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