Hamburgs versteckte Paradiese
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Teil 1: Paradies: Eppendorfer Moor

Eine Seenplatte in Finnland? Nein ! Das Foto entstand mitten in der Millionenstadt Hamburg.
Eine Seenplatte in Finnland? Nein ! Das Foto entstand mitten in der Millionenstadt Hamburg.
Foto: Florian Quandt

Eppendorf – das steht für Designer-Boutiquen, Delikatessläden, Edel-Italiener und dynamische Menschen im Porsche-Cabrio. Doch Eppendorf ist auch die Heimat von 641 Schmetterlingsarten, von seltenen Pflanzen wie dem Straußblütigen Gilbweiderich, von Zaunkönig, Zilpzalp und Zwergtaucher.

Nur 1.600 Meter von der quirligen Eppendorfer Landstraße entfernt beginnt die Idylle: das Eppendorfer Moor – das größte innerstädtische Moor Mitteleuropas. Wobei Größe relativ ist. Eingequetscht zwischen Hochhäusern am Klotzenmoor und der sechsspurigen Alsterkrugchaussee liegt das viertkleinste Hamburger Naturschutzgebiet. Nur 15 Hektar ist es groß. Doch die haben es in sich. Wer am See im Zentrum des Moores steht und auf den umgebenden Birken-Erlenbruchwald blickt, wähnt sich eher an einer Seenplatte in Finnland als mitten in einer Millionenstadt: Frösche quaken, blau schimmernde Libellen schwirren über die Wasserfläche, ein Reiher stakst durchs flache Wasser, pickt sich einen Fisch.

Das Flachmoor ist ein kleiner Rest der Alster-Niederungen

Das Flachmoor entstand nach der letzen Eiszeit und ist ein kleiner Rest der ehemals ausgedehnten feuchten Alster-Niederungen. Unglaubliche 320 Pflanzenarten gedeihen hier, darunter Sumpf-Blutauge und Schlankseggenried. Botaniker Hans-Helmut Poppendieck schwärmt: „Das Moor ist ein Hotspot der Artenvielfalt in Hamburg.“

Ein Wunder, dass es überhaupt noch existiert. Das liegt unter anderem an Kaiser Wilhelms Soldaten. Das hanseatische „76er Regiment“ nutzte das Moor vor dem Ersten Weltkrieg nämlich als Schießplatz. Deswegen wurde es nie bebaut. Die Auffüllung mit Trümmerschutt aus Eimsbüttel und Barmbek nach dem Zweiten Weltkrieg verhinderten engagierte Gärtner. Seit 1982 ist das Moor Naturschutzgebiet.

Wenn sie nach dem Shoppen an der Eppendorfer Landstraße gestresst sind, gehen sie doch künftig mal ein kleines Stück weiter – ins Natur-Paradies Eppendorfer Moor.

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