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Verzweifelt gesucht: Eimsbüttel: Wer klaut unsere Katzen?

Aint Hofmann (22, oben), Student aus Eimsbüttel, vermisst seinen Kater Puck schon seit vier Wochen. In unmittelbarer Umgebung werden noch weitere Katzen vermisst.

Aint Hofmann (22, oben), Student aus Eimsbüttel, vermisst seinen Kater Puck schon seit vier Wochen. In unmittelbarer Umgebung werden noch weitere Katzen vermisst.

Foto:

Patrick Lux

Die Steckbriefe hängen an Bäumen, Laternen oder am Schwarzen Brett: Mindestens fünf Katzen in Eimsbüttel sind verschwunden – innerhalb von nur drei Wochen. Frank Weber, Leiter des Franziskus-Tierheims, meint: „Da liegt die Vermutung nahe, dass einer die Tiere einsammelt …“

Sein „Einsatztelefon“ ist griffbereit, der Akku geladen. Klingelt es, keimt in Aint Hofmann (22) Hoffnung auf. „Und dann kommen oft Scherzanrufe wie: ‚Sie suchen Ihren Kater? Ich hab’ ihn nicht gesehen!‘“, sagt Hofmann traurig. „Tag und Nacht hoffe ich auf den erlösenden Anruf.“

Vor vier Wochen verschwand sein vier Jahre alter Kater Puck aus dem Innenhof des Wohnhauses, in dem beide wohnen. Der Student aus Eimsbüttel durchkämmt seitdem das Viertel verzweifelt nach seinem Schmusekumpan. Eine heiße Spur gibt nicht. „Aber er gehört zur Familie – und Familienmitglieder gibt man nicht so ohne Weiteres auf“, sagt Hofmann.

Was könnte mit Puck und den anderen vermissten Katzen im Viertel passiert sein? „Manche verlaufen sich, andere folgen ihren Trieben oder sie werden gefunden und in Tierheime gebracht“, sagt Tierheim-Leiter Frank Weber. „Wenn sie dann nicht gechippt sind“, sagt Kathrin Witthöft von „Vermisste Pfoten“, „ist es fast unmöglich, einen Halter zu ermitteln.“ Manche Streuner werden auch einfach überfahren.

„Es ist schon auffällig, dass so viele Katzen zur gleichen Zeit verschwinden“, sagt Frank Weber. Er spricht von Katzenfängern, Tierversuchen, Fellhandel. Davon sprechen Tierschützer seit Jahren. Aber solange es dafür keine Beweise gibt, bleibt alles Spekulation. „Man müsste Katzendiebe auf frischer Tat ertappen“, sagt der Fachmann.

„Aber keiner geht dem so wirklich auf den Grund, da es einfach so viele Tiere in der Stadt gibt.“ Aufgeben sollte man bei der Suche aber nicht: Mut macht nämlich die Geschichte von Hofmanns Nachbarin Berit Stephan und ihrem Kater Digger. Zehn Tage nach seinem Verschwinden fand man den abgemagerten Schnurrer eingeschlossen in einem benachbarten Keller. Digger und Frauchen sind froh, wieder zusammen zu sein.