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Ursula Haverbeck: 10 Monate Knast für Holocaust-Leugnerin (87)

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck 

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dpa

Ursula Haverbeck (87), Idol der Holocaust-Leugner, muss wegen Volksverhetzung 10 Monate ins Gefängnis. Der Richter nach dem bizarren Auftritt der betagten Rechtsradikalen: "Bei Ihnen ist Hopfen und Malz verloren".

 Mit einem Blumenstrauß, überreicht von dem veurteilten Holocaustleugner Riegolf Hennig (71), betrat Ursula Haverbeck den Gerichtssaal. Ihre zahlreichen, meist grauhaarigen Anhänger passten nicht alle in den Zuschauerraum. Die draußen stehenden Rentner skandierten "wir wollen rein", während die Angeklagte gut gelaunt ihre strafbaren Äußerungen wiederholte. Sie ist ohne Anwalt angereist, verteidigt sich selbst.

Ursula Haverbeck, das weiße Haar sorgsam hochgesteckt, die Wangen gerötet, ist wegen eines Interviews angeklagt, das sie im April 2015 dem NDR Magazin Panorama gab.  Auschwitz war kein Vernichtungs- sondern ein Arbeitslager, sagte sie dort. Der Massenmord an Juden habe nicht stattgefunden.

"Dabei bleibe ich auch", erklärt sie dem Richter und hebt an, die Staatsanwältin zu belehren: "Woher haben Sie als Juristin die Berechtigung zu erklären, dass Auschwitz ein Vernichtungslager war?"

Der Paragraph 130, der das Leugnen des Holocaust unter Strafe stellt, sei ein "Gesetz zur Aufrechterhaltung einer Lüge".

Amtsrichter Jönsson, sichtlich um Berherrschung ringend: "Es ist müßig, mit Leuten zu diskutieren, die keine Fakten akzeptieren." Als die alte Dame vor dem Richtertisch immer weiter von fehlenden Beweisen für die Vergasung von Millionen Menschen  schwadroniert, platzt dem Richter der Kragen: "Ich muss auch nicht beweisen, dass die Erde eine Kugel ist!"

Schließlich beharrt Ursula Haverbeck darauf, dass sie nicht wegen derselben Straftat erneut verurteilt werden könne. Sie hat bereit zwei Geldstrafen und eine Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung im Bundeszentralregister stehen.

Der Richter trocken: "Ein Dieb, der immer wieder dieselbe Sache klaut, wird auch immer wieder bestraft."

Die Staatsanwältin bescheinigt der Angeklagten "fanatische Verblendung" und fordert 10 Monate Haft ohne Bewährung. Der Richter folgt dem Antrag. "Es ist bedauerlich, dass eine Frau, die in Ihrem Alter noch so rege ist, ihre Energie darauf verschwendet, so einen haarsträubenden Blödsinn zu verbreiten."

Vor dem Saal wird Ursula Haverbeck mit Jubel und Applaus von ihren Anhängern empfangen, erklärt, dass sie das Urteil "selbstverständlich" nicht akzeptiert.

 





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