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Todes-Fahrer von Eppendorf Die Freundin von Caesar S. schweigt plötzlich vor Gericht

Ahnungslos? Nina V. (37) ist seit 15 Jahren mit Caesar S. (39) zusammen.

Ahnungslos? Nina V. (37) ist seit 15 Jahren mit Caesar S. (39) zusammen.

Foto:

Ruega Lizenz

Nina V. (37), die Verlobte des Todesfahrers von Eppendorf, sollte am Montag erneut vor Gericht vernommen werden – aber sie schwieg. Vor knapp zwei Wochen hatte sie ihren Lebensgefährten Caesar S. (39) noch in Schutz genommen. Sie hatte ausgesagt, von dessen Epilepsie-Erkrankung nichts gewusst zu haben.

Mit raschen Schritten betritt Nina V. den Saal. Ihr Blick gleitet einmal quer durch den Raum. Als sie Platz genommen hat, belehrt sie die Richterin wie schon vor ihrer ersten Aussage. Als Verlobte des Angeklagten muss sie sich nicht äußern. Und tatsächlich nimmt sie die Gelegenheit dieses Mal wahr – Nina V. schweigt.

Am 4. April war das noch anders. Da hatte die 37-Jährige bereitwillig ausgesagt: 15 Jahre sei sie schon mit Caesar S. zusammen, zwei Jahre seien sie verlobt. Dass ihr Lebensgefährte aber an Epilepsie leide, habe sie nicht gewusst.

Diese Aussage hatte das Gericht irritiert, gibt es doch genügend Hinweise auf eine solche Erkrankung des Angeklagten. Weiteren Nachfragen dazu hat sich Nina V. gestern nun entzogen. Korrigieren wollte sie an ihrer bisherigen Aussage auf Nachfrage auch nichts.

Vor dem Kurzauftritt von Nina V. hatte bereits ihr Vater ausgesagt. Auf den 69-Jährigen war der Fiat Punto zugelassen, mit dem Caesar S. am 12. März 2011 vier Menschen in den Tod gerissen hatte. Dass der Verlobte seiner Tochter den Wagen nutzte, habe er nicht gewusst, sagte der Rentner. Ebenfalls bestritt er, mit seiner Tochter oder dem Angeklagten seit dem Horror-Crash über den Vorfall gesprochen zu haben.

Unterdessen schweigt der Angeklagte weiter. Mit starrer Miene verfolgte er auch am fünften Verhandlungstag das Geschehen. Selbst auf direkte Fragen reagierte er nur mit einer Kopfbewegung. Die Verteidigung beharrt weiter drauf, dass der Angeklagte kein Epileptiker sei, obwohl er bereits vor der Todesfahrt epileptische Anfälle gehabt hat.

Die Richterin zeigte sich „verwirrt“ über dieses Verteidigungsverhalten. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.