Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
MOPO.de | Tierschützer entsetzt: Hamburger Koch will Löwen als Steak servieren
01. February 2013
http://www.mopo.de/6895886
©

Tierschützer entsetzt: Hamburger Koch will Löwen als Steak servieren

Das "World-Steaks" in Winterhude

Das "World-Steaks" in Winterhude

Foto:

MOPO

Krokodil gibt es auf der Speisekarte schon. Springbock folgt demnächst. Und jetzt das: Auch Löwenfleisch will Küchenchef Oliver Ackermann seinen Gästen servieren. Der Preis: 190 Euro pro Kilo. Der König der Tiere demnächst als Steak auf unserem Teller? Tierschützer laufen Sturm. Und die Behörde für Verbraucherschutz sagt: „Was der vorhat, ist schlicht illegal!“

Schauplatz dieser tierischen Geschichte: Winterhude. Seit August gibt es am Mühlenkamp das Restaurant „World Steaks Hamburg“. Das Konzept: die Kunden auf eine kulinarische Weltreise mitzunehmen, ihnen exotische Fleischsorten zu präsentieren, die es sonst nirgendwo gibt.

Aber Löwe? Ja, schmeckt das überhaupt? Und steht das Tier nicht unter Artenschutz. Küchenchef Ackermann (53) erzählt, er habe Löwen-Steak schon gegessen, und schwärmt von „einer leichten Süße“, vom dunklen, festen Fleisch. Geschmacklich sei es mit Rind zu vergleichen.

Was den Artenschutz angeht, müsse man sich keine Sorgen machen: „Wir bekommen die Ware von Löwenfarmen. Es sind also gezüchtete Tiere, die nicht aus freier Wildbahn stammen.“
Ob der Mann wirklich weiß, was er tut? Ein Restaurant im US-Bundesstaat Arizona hat mal etwas Ähnliches versucht und Burger aus Löwenfleisch angeboten. Es folgten Bomben- und Morddrohungen und mehr als 250 E-Mails von erbosten Tierschützern.

Roland Gramling vom World Wide Fund for Nature (WWF) ist jedenfalls fassungslos: „Löwe auf der Speisekarte? Ja, braucht man das?“ Er bezeichnet es als „absolut unnötig“, das Raubtier zum Verzehr anzubieten angesichts der „breiten Palette von Fleischsorten, die es hierzulande gibt“. Eindeutig auch die Meinung der Tierrechtsorganisation Peta: Sie kündigte an, den Betreiber eindringlich aufzufordern, von den Plänen abzulassen.

Aber höchstwahrscheinlich wird sowieso nichts draus: Die MOPO fragte am Donnerstag bei der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz nach: Erik Pust, einer der Sprecher, sagte, dass die Einfuhr von Hunde-, Katzen-, aber auch Löwenfleisch verboten sei. Es handele sich dabei sogar um einen Straftatbestand.

Das Restaurant in Winterhude wird demnächst wohl amtlichen Besuch bekommen.