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Teil 3: Heuckenlock: Traumstrand in Wilhelmsburg

Stammgast am Heuckenlock: Beate Sobczyk (25), Frontfrau der Hamburger Band „Stimmwerk“

Stammgast am Heuckenlock: Beate Sobczyk (25), Frontfrau der Hamburger Band „Stimmwerk“

Foto:

Florian Quandt

Knorrige umgestürzte Bäume, kleine Strände und eine verwunschene Sumpflandschaft: Der Rundweg durchs Heuckenlock in Wilhelmsburg bietet auf zwei Kilometern Länge Natur pur.

Wenn Sie durch einen der letzten Tideauenwälder Europas spazieren, scheint die Autobahn 1 mit der Mega-Raststätte Stillhorn unwirklich weit weg, dabei geht die A1 mitten durch das kleine Naturschutzgebiet. Ende der letzten Eiszeit gab es an der Elbe eine Wasserwildnis mit großen Auwäldern.

Erhalten sind heute als einer der ganz wenigen Reste in Europa etwa vier Kilometer dieser einzigartigen Landschaft entlang der Süderelbe. Das Naturschutzgebiet ist nur etwa 400 Meer breit – aber die haben es in sich. Mit den Gezeiten kommt und geht das Wasser in dem Süßwasserwatt. Mehr als 100 Mal jährlich steht das Heuckenlock sogar bis zu 3,50 Meter tief unter Wasser.

Diese Grenzlandschaft zwischen Land und Fluss hat eine unglaubliche Vielfalt der Natur zu bieten. Botaniker zählen 700 Arten – so viel wie sonst nirgends in der Hansestadt. Die meisten wirken auf den Laien eher unscheinbar. Doch wenn der Fachmann im Sumpf die Wiebelschmiele oder den Schierlings-Wasserfenchel erspäht, schlägt sein Herz höher. Auch die Schachbrettblume hat mit mehr als 200 Pflanzen im Heuckenlock eines ihrer letzten Verbreitungsgebiete gefunden.

Eine Spezialität des Gebiets sind Priele, die man sonst eher von der Nordseeküste kennt. Einer wird von einer langen Brücke überspannt, die Auszubildende in ihrer Freizeit gebaut haben. Durch sie konnte der idyllische Rundweg durch das Schutzgebiet geschlossen werden. Der Rückweg zum kleinen Parkplatz führt dann am Moorwerder Hauptdeich entlang.

Drei Minuten Fahrtzeit mit dem Auto und den träumenden Heuckenlock-Besucher hat die Zivilisation wieder – in Gestalt von Hunderten Schwerlastern auf der Raststätte Stillhorn. Was für ein Kontrast.