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Sturm und Hochwasser: Eiszeit in Blankenese

Das Eis wird mit einem Radlader und Muskelkraft beiseite geräumt.

Das Eis wird mit einem Radlader und Muskelkraft beiseite geräumt.

Foto:

Florian Quandt

Autos stehen unter Wasser, durch die Gänge der Fischauktionshalle schwappen die Wellen: Sturm und Hochwasser haben in der Nacht zu Donnerstag Hamburg erreicht - mit den üblichen Folgen.

Der Strandweg in Blankenese gleicht einer Mondlandschaft. Grund: Das Hochwasser der Elbe trieb zahlreiche Eisschollen an Land. Die Straße war nicht befahrbar. Die Stadtreinigung musste mit zwei Räumfahrzeugen und 30 Mitarbeitern anrücken, um die Schollen beiseitezuschaffen.

Die Sturmflut hat zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. Im Bereich der Elbe mussten mehrere geparkte Autos vor Hochwasser geschützt werden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. So standen unter anderem Teile des Fischmarkts unter Wasser. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) rechnete mit einem Wasserstand von etwa 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser.

„Es ist eine kleine Sturmflut, die wir jeden Winter haben, nichts besonderes“, so Sylvin Müller-Navarra, Leiter des Sturmflutwarndienst beim BSH.

In Hamburg-Curslack ist eine Scheune eingestürzt. Ein Windstoß zerstörte zunächst das Reetdach des leerstehenden Fachwerkhauses. „Das Alter hat den Rest dazugetan“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstag. Wegen der alten Bauweise stürzte das Stallgebäude komplett in sich zusammen, Teile fielen auf die Straße. Rund 25 Feuerwehrleute waren bis in die frühen Morgenstunden mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Verletzt wurde niemand.

In Wilhelmsburg hat der Sturm dreißig Container umgeworfen. Sie fielen auf die Straße und auf ein Auto. Verletzt wurde aber niemand.

In Schleswig-Holstein haben Sturm und Hochwasser haben den Fähr-, Straßen- und Zugverkehr beeinträchtigt. Die Fehrmarnsundbrücke war von 4.19 bis 9.20 Uhr für alle Fahrzeuge gesperrt, danach nur noch für Lastwagen, Wohnwagen und Anhänger, teilte die Regionalleitstelle in Lübeck mit.

Die Zugstrecke zwischen Neumünster und Flensburg war laut Bahnpolizei im Bereich Schleswig eine gute Stunde in beide Richtungen gesperrt. Ein Güterzug hatte einen auf die Gleise gewehten Düngemittelcontainer erfasst, der sich unter der Lok verkeilte. Beeinträchtigungen gab es am Morgen auch beim Fährverkehr an der Nordseeküste von Dagebüll nach Amrum und zu den Halligen sowie beim Sylt Shuttle der Bahn.