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Streit ums Erbe und vergiftete Sahne Santa Fu: Mordauftrag hinter Gittern?

Dirk S. (46), Insasse von „Santa Fu“: Er soll versucht haben, einen Mithäftling zu einem Giftmord anzustiften.

Dirk S. (46), Insasse von „Santa Fu“: Er soll versucht haben, einen Mithäftling zu einem Giftmord anzustiften.

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Ruediger Gaertner Lizenz

Der eine ist ein Mörder, der andere ein Totschläger. Sie sitzen zusammen in Fuhlsbüttel ein. Der Mörder soll den Totschläger beauftragt haben, einen reichen Mithäftling zu vergiften, mit einem Topf Sahne. Der merkwürdige Fall beschäftigt nun das Landgericht.

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Der Angeklagte Dirk S. (46), der den Mordauftrag gegeben haben soll, sitzt seit 2001 hinter Gittern. Er war Türsteher in der Spielbank Hittfeld, hat vor zwölf Jahren einen Gast ermordet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe aus Habgier seinen Mithäftling töten lassen wollen. Der Mann, der angeblich sterben sollte, hatte Dirk S. als Alleinerben in sein Testament aufgenommen. Es ging um ein Erbe von 47.000 Euro.


Der Zeuge, der den Mordauftrag bekommen haben will, hat 2005 einen Drogendealer erschlagen. Er sagt aus, dass Dirk S. ihm gesagt habe, dass der Mithäftling sterben müsse: „Er zeigte mir das Testament, wo er als Alleinerbe drinstand. Ich fragte ihn, ob er kein schlechtes Gewissen hat, weil sie doch befreundet sind, aber er hat gesagt: ,Der gibt sein Geld draußen doch nur für Theater und Bücher aus. Ich kauf’ mir davon ein Auto und ein Motorrad.“


Dirk S. habe vorgeschlagen, dass der Mithäftling den Erblasser die Treppe runterstoße: „Das wollte ich aber nicht“, so der Zeuge. Sie hätten sich schließlich auf Vergiften geeinigt: „Ich backe ja oft in der Anstalt. Ich sollte ihm und seinem Freund Kuchen bringen und in einen der Töpfe mit Sahne sollte ich zerstoßene Morphiumtabletten tun.“

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Ob in Santa Fu tatsächlich ein Mordkomplott geschmiedet wurde, ist unklar. Der Angeklagte schweigt und der angeblich gedungene Mordgehilfe verstrickt sich vor Gericht in Widersprüche.


Er hofft auf eine vorzeitige Entlassung, verspricht sich möglicherweise Vorteile, wenn er der Gefängnisleitung ein angeblich geplantes Verbrechen meldet. Das Urteil am 20. Dezember.