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Streit um Feldstraßen-Koloss: Wird der Bunker grau statt grün?

Kritiker-Entwurf.

Kritiker-Entwurf: Massiv, grau, wenig grün – die Skeptiker des Projekts befürchten, dass der Aufbau am Ende so aussieht.

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Eine dschungelhaft grüne Oase über den Dächern von St. Pauli. Ein Projekt aus dem Stadtteil – und offen für alle. So präsentieren die Planer ihren Dachgarten auf dem Feldstraßen-Bunker. Kritiker halten das für grafische Schönfärberei und stellen jetzt einen „realistischen“ Entwurf dagegen.

Zugewucherte Fenster, riesige Bäume und alle Fronten voller rankender Pflanzen. So zeigten die Macher von „Hilldegarden“ ihre Pläne für den schicken grünen Hügel auf dem Bunker am Heiligengeistfeld.

Investoren-Entwurf.

Investoren-Entwurf: Mit dieser schicken Darstellung wird das Bunkerprojekt von Beginn an beworben. Ist das realistisch?

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Doch der erfahrene Stadtplaner Mario Bloem hält das für völlig unrealistisch. „Auf diese schöne Werbegrafik sollte niemand hereinfallen“, sagt der Fachmann, der selbst seit 30 Jahren im Karoviertel wohnt.

Er hat deshalb nach dem, was bisher an Plänen bekannt ist, selbst einen Entwurf angefertigt. Und dieser ist deutlich weniger grün und dezent.  In seiner Darstellung wird  deutlich, dass der Bunker um fünf massive Stockwerke erhöht wird – immerhin von etwa 35 auf 58 Meter Höhe! „Und in diesen Etagen befinden sich die Zimmer des geplanten Künstler-Hotels, die werden bestimmt nicht winzig und zugegrünt sein.“

Auch der große an die Außenwand gepappte Fahrstuhl bis ganz nach oben zur geplanten Sport- und Kulturhalle und zu den Hotelzimmern sieht unbegrünt deutlich scheußlicher aus und fügt sich wenig in die Architektur des Bunkers. Und dann sind auch noch die Bäume kleiner.

„Bei Vorstellung der Pläne hieß es, 1,35 bis 1,50 Meter große Bäume seien realistisch“, so Bloem. Und rein aus statischen Gründen werde der Dachgarten schon keine riesigen Bäume tragen können. „Das werden eher Pflanzkübel.“

Tobias Boeing (r.) vund Architekt Tim Schierwater.

Tobias Boeing (r.) vom Verein Hilldegarden und Architekt Tim Schierwater haben das Konzept für den Dachgarten mitentwickelt.

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Schimkus

Bloem sieht sich selbst nicht als Gegner des Projektes. „Ich möchte nur, dass es eine offene Diskussion gibt und man sich für dieses große Projekt mitten in der Stadt etwas mehr Zeit nimmt.“

Dafür müssten aber endlich einmal die Baupläne auf den Tisch. Doch obwohl der Bauantrag von Bunker-Besitzer Thomas Matzen seit Dezember im Bezirksamt Mitte liegt, bleiben die echten Bunker-Darstellungen  weiterhin unter Verschluss.  Bloem: „Da muss man doch misstrauisch werden.“

In der Politik gibt es Gegner und Befürworter quer durch die Parteien – und keine klare Mehrheit. Die einen sehen das Projekt als große Chance, andere als „Feigenblatt“ für Investorenträume.

Im Mai/Juni soll feststehen, ob der Bauantrag genehmigt wird. Dabei hat die Verwaltung relativ viel Entscheidungs-Freiraum, weil es keinen B-Plan zu beachten gibt. Kultur- und Finanzbehörde scheinen dem Projekt gewogen zu sein. Die Bezirksversammlung will aber auch über das Projekt abstimmen.

Michael Osterburg von den Grünen bleibt noch neutral. „Aber wenn es am Ende so aussehen würde wie der Gegen-Entwurf, dann wäre ich dagegen.“


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