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SPRAYER VOR GERICHT: Wieviel Kunst steckt in Oz?

Menschenscheu: Sprayer „Oz“ (60), der bereits acht Jahre wegen Sachbeschädigung im Knast saß – Rekord.

Menschenscheu: Sprayer „Oz“ (60), der bereits acht Jahre wegen Sachbeschädigung im Knast saß – Rekord.

Foto:

dpa

Wer ist „Oz“? Hamburgs bekanntester Undergroundkünstler? Oder ein Schmierfink, der hinter Gitter gehört? Fest steht: Ab dem 3. Februar steht der schmächtige, scheue Sprayer mal wieder vor dem Amtsgericht Barmbek. 20 Fälle von Sachbeschädigung wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, darunter eine Kreidespirale auf einer Gehwegplatte.

Von seinen 60 Lebensjahren hat „Oz“, der eigentlich Josef Fischer heißt, acht im Gefängnis verbracht. Gestern luden Anwälte, Künstler, Galeristen, St. Pauli-Fans und Schanzenbewohner zur Pressekonferenz in der Galerie „OZM“ (Bartelsstraße 65). Motto der ungewöhnlichen Initiative: „Free Oz“.

In den Räumen der Galerie ist zu sehen, was „Oz“ kann: knallbunte Verzierungen auf Wänden und Decken. Rauschhafte, fröhliche Grafitti-Kunst. „Oz, der kleine King, stellt aus“ heißt die Präsentation.

„Die Smileys, Spiralen und „Oz“-Schriftzüge im öffentlichen Raum unterliegen der Kunstfreiheit“, erklärt Anwalt Andreas Beuth und sein Kollege Martin Kowalske fragt, „ob es wirklich strafbar sein kann, wenn auf einen bereits vollgemalten Verteilerkasten ein weiterer Schriftzug gesetzt wird“.
Ein Sprecher der St. Pauli- Ultras verliest eine Erklärung: „Oz zaubert uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.“ Galerist Christoph Tornow: „Das Werk von Oz ist urbane Kunst und muss für die Nachwelt gesichert werden.“ Nur die Hauptperson schweigt, wirkt fast verstört. „Oz“ wird sich auch vor Gericht nicht äußern.