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Spektakuläres Projekt in St. Pauli: Bunker-Umbau: Im Winter soll’s losgehen

So könnte der Dachgarten auf dem Kriegsbunker an der Feldstraße aussehen.

So könnte der Dachgarten auf dem Kriegsbunker an der Feldstraße aussehen.

Foto:

Schimkus

Eine grüne Oase auf grauem Beton, ein Treffpunkt für Kultur-Fans: Als im Oktober die Pläne für einen Dachgarten auf dem Feldstraßenbunker öffentlich wurden, waren viele Hamburger begeistert. Seitdem ist es still geworden um das Mega-Projekt, Kritiker meckern bereits über Intransparenz. Doch wie die MOPO jetzt erfuhr, geht’s gut voran.

Seit Monaten tüftelt ein Planungsteam, beackern Architekten, Ingenieure und andere Experten verschiedene Fragestellungen: Wie soll das Verkehrskonzept aussehen? Wie die öffentliche Nutzung? Wie erhält man den Charakter des Kriegsbunkers als Mahnmal?

Zeitgleich läuft das Beteiligungsprojekt Hilldegarden, bei dem Menschen aus dem Stadtteil ihre eigenen Ideen einbringen dürfen. Etwa 45 Anwohner treffen sich inzwischen regelmäßig in Gruppen, um ihre Ideen zu konkretisieren. Dabei seien auch immer wieder Experten eingebunden, sagt Tobias Boeing, der das Projekt Hilldegarden koordiniert. In enger Zusammenarbeit zwischen Experten und Ideengebern aus dem Stadtteil wird die Vision vom grünen Kultur-Garten immer konkreter.

So sollen auf dem Dach zum Beispiel Künstler-Ateliers entstehen, eine Veranstaltungsstätte mit etwa 1000 Sitzplätzen, Grünflächen zum Ausspannen mit Blick über die Dächer von St. Pauli. Geplant ist außerdem eine Rampe, die an der Fassade des Betonklotzes hinauf zur neuen grünen Lunge des Stadtteils führt.

Doch es gibt auch Kritik: „Die bisherige Planung ist vollkommen intransparent“, sagt Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Linken. Die Anwohner müssten stärker an der Planung beteiligt und intensiver informiert werden, so seine Forderung.

Wie die Bürger vonseiten des Bezirks in das Bauvorhaben einbezogen werden sollen, werde derzeit festgelegt, sagt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirks Mitte. Aufseiten der Planer heißt es, man wolle in den kommenden Monaten mehrere Info-Abende veranstalten, bei denen das Konzept vorgestellt und diskutiert werde.

Bereits im Sommer könnte der Bauantrag gestellt werden – die Macher des Dachgartens rechnen mit vier bis sechs Monaten für das Genehmigungsverfahren. Gibt der Bezirk grünes Licht, könnte St. Pauli bereits 2016 eine neue Oase haben.