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MOPO.de | So schwer wie in Bayern: Hamburgs Abi wird härter
27. February 2012
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So schwer wie in Bayern: Hamburgs Abi wird härter

Krempelt das Abitur in Hamburg um: Schulsenator Ties Rabe (SPD)

Krempelt das Abitur in Hamburg um: Schulsenator Ties Rabe (SPD)

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Patrick Sun

Schluss mit lustig für Hamburgs Schüler. Die Pläne für ein bundeseinheitliches Abitur nehmen Form an: Ab 2014 könnten in der Hansestadt dieselben Standards wie in Bayern gelten – die Prüfungen werden deutlich härter. Zuvor baut Senator Ties Rabe (SPD) das Zentralabitur in Hamburg um. Die MOPO klärt die wichtigsten Fragen.

Wie weit sind die Pläne für das einheitliche Abitur? Sechs Länder arbeiten schon an gemeinsamen Abiturstandards. Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Sachsen wollen 2014 erstmals dieselben Aufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch stellen. Endgültiges grünes Licht steht dafür aber noch aus.

Schulsenator Rabe setzt auf eine Lösung mit allen 16 Bundesländern. Noch gibt es keinen Zeitplan, Rabe sagt aber: „Eventuell ist es nicht nötig, bei diesem Thema mit einigen Ländern auf die Überholspur zu gehen.“

Worum gibt es noch Streit? Die Lehrpläne sind teils noch sehr unterschiedlich, vor allem die Reihenfolge des behandelten Stoffs. Außerdem ist umstritten, ob es überall dieselben Aufgaben geben soll. Wahrscheinlich ist nun ein gemeinsamer „Fragen-Pool“, aus dem die Länder ihre Prüfungsaufgaben auswählen dürfen.

Was bedeutet das für Hamburgs Abiturienten? Höhere Hürden. Dass den Schülern in Süddeutschland mehr abverlangt wird, ist erwiesen. „Es ist wahrscheinlich, dass sich die neuen Standards stark an Bayern oder Baden-Württemberg orientieren“, glaubt der Bildungsexperte Klaus Klemm von der Uni Duisburg-Essen. Auch die GAL-Bildungspolitikerin Stefanie von Berg sagt: „Da könnte einiges auf die Schüler zukommen, zusätzlich zu den ungelösten Problemen des Turbo-Abis.“

Welche Änderungen gibt es beim Abitur in Hamburg? „Wir müssen zuerst ein gleiches Abitur zwischen Eidelstedt und Eimsbüttel haben“, sagt Senator Rabe. Ab 2014 gilt in Hamburgs Schulen das Zentralabitur in allen Fächern – Stadtteilschüler und Gymnasiasten bekommen die gleichen Aufgaben gestellt.

Außerdem werden die Abi-Klausuren zeitlich nach hinten verschoben: Sie finden dann nicht mehr im Januar und Februar, sondern erst im April und Mai statt. Damit will Rabe die „seltsame Phase“ nach den Klausuren verkürzen, in der kaum noch Stoff behandelt wird und die Schüler sich kaum konzentrieren. Rabe: Bisher wird im vierten Semester der Oberstufe wertvolle Unterrichtszeit verschwendet.“

Können sich die Schüler dann länger auf die Klausur vorbereiten? Nein. Die Prüfungen finden zwar später statt, dafür kann auch der Stoff des letzten Halbjahres drankommen. Auch die Zeit, die Lehrer für die Korrektur haben, bleibt gleich.

Ändert sich auch die mündliche Prüfung? Ja. Die erst vor einem Jahr eingeführte „Präsentationsprüfung“ mit eigener Themensetzung ist nicht mehr Pflicht. Die Schüler können auf Wunsch auch die herkömmliche mündliche Prüfung absolvieren.

Wie geht es jetzt weiter? Am 8. März leitet Ties Rabe zum ersten Mal die Kultusminister-Konferenz. Das Ziel: ein Zeitplan für die Einführung des „Bundes-Abiturs“.