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Sittensen: Einbrecher erschossen: Anklage wegen Totschlags

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Die Leiche des 16-Jährigen wird auf einer Bahre weggetragen.

Foto:

TVR

Rentner Ernst B. (78), der einen flüchtenden Einbrecher (16) erschossen hat, wird nun doch von der Staatsanwaltschaft Stade wegen Totschlags angeklagt. Die Familie des getöteten Jugendlichen hatte sich erfolgreich über die Einstellung der Ermittlungen beschwert.

Der betagte Millionär war im Dezember 2010 in seiner Villa in Sittensen (Landkreis Rotenburg/Wümme) von einer Gruppe junger Einbrecher (16 bis 25 Jahre) überfallen worden. Als die Einbrecher flohen, schoss Ernst B. dem jüngsten in den Rücken und traf ihn tödlich.

Die Staatsanwaltschaft war zunächst von Notwehr ausgegangen. Inzwischen habe sich jedoch eine andere rechtliche Bewertung ergeben, sagte Staatsanwalt Burkhard Vonnahme: „Wir haben die Aussagen erneut mit den Spuren am Tatort und mit den Angaben des Rentners verglichen. Daraufhin hat sich die Waage zum Nachteil des 78-Jährigen geneigt.“

Eine Notwehrsituation sei nach erneuter Prüfung „fraglich“. Somit sei der Schuss in den Rücken des Jugendlichen nicht gerechtfertigt gewesen und müsse als Totschlag bewertet werden. Nun muss das Landgericht Stade entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Ernst B. bleibt vorerst auf freiem Fuß. „Es besteht kein Haftgrund“, betonte Vonnahme.

Die vier Einbrecher sind vom Landgericht Stade wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Drei von ihnen sind drogenabhängig.

Als Anstifterin wurde eine 21-jährige Prostituierte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Sie war häufig Gast in der Villa des Rentners und hatte die Idee zum Überfall.


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