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Senioren müssen weichen: Pflegeheim soll Flüchtlings-Unterkunft werden

Liselotte Schröder (92) weiß nicht, wie es weitergehen soll. Die Wohnanlage am Lutherpark ist ihr Zuhause.

Liselotte Schröder (92) weiß nicht, wie es weitergehen soll. Die Wohnanlage am Lutherpark ist ihr Zuhause.

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www.sylent-press.de

150 Senioren müssen ihr Zuhause verlassen – um Platz zu machen für eine Flüchtlingsunterkunft. Eine Petition kämpft nun gegen die Schließung des Pflegeheimes am Lutherpark in Bahrenfeld.

Liselotte Schröder ist verzweifelt. Die 92-Jährige wohnt im Seniorenheim am Lutherpark. Sie hat hier Freunde, die mit ihr „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Auf einem Friedhof in der Nähe liegt ihr Mann. Den besucht sie einmal die Woche. Es gefällt ihr hier. Doch nun soll sie raus.

„Das ist ungeheuerlich, was die hier mit einem machen“, sagt sie. Vor ihr auf dem Tisch liegt ein Brief, darauf ein Datum: 31. Mai 2014. Das soll ihr letzter Tag in Bahrenfeld sein.

Der Betreiber des Pflegeheims, das private Unternehmen Pflegen&Wohnen, will die Seniorenunterkunft schließen. Der Grund: Das Heim sei nicht rentabel. Deshalb werden die Gebäude nun an die Sozialbehörde vermietet. Statt der alten Menschen sollen ab Juni rund 330 Flüchtlinge einziehen.Wegen der steigenden Flüchtlingszahlen sollen in Bahrenfeld 600 neue Unterkünfte für Wohnungslose entstehen.

So auch am Lutherpark: Der Mietvertrag mit der Sozialbehörde ist bereits unterzeichnet. Die Anwohner wurden nicht gefragt. Die älteste Bewohnerin der Anlage ist 104 Jahre alt, viele sind dement. Sie sollen nun auf andere Heime verteilt werden. Pflegen&Wohnen will zwar den Umzug bezahlen, doch so günstig wie am Lutherpark findet man anderswo kaum ein Zimmer.

Die Protest-Petition für den Erhalt des Heims wurde von der Evangelischen Gemeinde Bahrenfeld gestartet. Vor der Altonaer Bezirksversammlung am Donnerstag hatte die Gemeinde in einer ersten Aktion mehr als 1000 Unterschriften gesammelt.

Die Bezirksfraktionen der CDU und Linken kritisierten daraufhin die Pläne der Behörde scharf – doch auf Senatsbeschlüsse haben die Bezirke wenig Einfluss.