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Schanzenviertel: 1. Mai-Demo abgebrochen: Polizei setzt Wasserwerfer ein

Polizisten stehen im Qualm von Rauchbomben, mit denen sie vor dem Bahnhof Altona in Hamburg von Demonstranten provoziert wurden.

Polizisten stehen im Qualm von Rauchbomben, mit denen sie vor dem Bahnhof Altona in Hamburg von Demonstranten provoziert wurden.

Foto:

dpa

Die revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Hamburg ist nach Randale und dem Einsatz von Wasserwerfern vorzeitig abgebrochen worden. Polizisten seien am Mittwochabend bei einer Zwischenkundgebung am Bahnhof Altona gezielt mit Böllern angegriffen worden, sagte eine Sprecherin. Insgesamt wurden sechs Polizisten verletzt. Demonstranten stürmten auch das Gelände der Internationalen Gartenschau (IGS) vor.

Einige Beamte wurden dabei verletzt. Außerdem flogen Flaschen, Knallkörper wurden gezündet. Die Polizei ging mit mehreren Wasserwerfern gegen die linken Demonstranten vor. Zunächst wurden zehn Menschen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Landfriedensbruch festgenommen.

Bereits kurz nach dem Start des Protestzugs am U-Bahnhof Feldstraße war es zu Zwischenfällen gekommen. Vereinzelt flogen Böller und Flaschen. Beamte seien von Häusern aus mit Steinen attackiert worden, sagte die Sprecherin.
Unter dem Motto „Das Proletariat hat kein Vaterland“ waren rund 1400 Teilnehmer am linken Kulturzentrum „Rote Flora“ vorbei in Richtung Altona gezogen.

An der Spitze der Demonstration setzte die Polizei ihre Reiterstaffel ein, außerdem waren fünf Wasserwerfer dabei. Die Demonstranten wurden von einem dichten Polizeispalier - mehreren Hundertschaften mit Schutzhelmen und Schlagstöcken - begleitet. Der Protestzug kam mehrfach ins Stocken - unter anderem, weil sich Teilnehmer vermummt hatten und Böller zündeten. Einige Leute skandierten: „Ganz Hamburg hasst die Polizei!“.

Im Anschluss an die revolutionäre 1. Mai-Demonstration war es auch in den vergangenen Jahren immer wieder zu Krawallen gekommen. Insgesamt sind am 1. Mai in Hamburg rund 1600 Beamte im Einsatz.

Auf Plakaten der Demonstranten aus dem linksradikalen Spektrum war etwa „Gegen Ausbeutung und Unterdrückung“ oder „Kampf dem Imperialismus in jedem Land“ zu lesen. Auf einer S-Bahn-Brücke wurde ein Transparent entrollt mit dem Schriftzug: „Verteidigen wir die rote Fahne der Revolution auf dem Weg von Ibrahim Kaypakkaya“. Kaypakkaya war ein türkischer Revolutionär und Gründer der Kommunistischen Partei der Türkei.

Die Walpurgisnacht war in Hamburg weitgehend friedlich verlaufen. Vor der „Roten Flora“ wurden vereinzelt Böller gezündet, Flaschen geworfen und unter anderem Mülleimer in Brand gesetzt. Anwohner versuchten, kleine Feuer zu löschen und Randale zu verhindern. Später griff die Polizei ein, zwei Menschen wurden festgenommen, elf kamen in Gewahrsam.

Teilnehmer der "Euromayday"-Demonstration, bei der rund 1600 Protestler von St. Pauli nach Wilhelmsburg gezogen sind - stürmten am Mittwochnachmittag das Gelände der Internationalen Gartenschau. Die rund 50 Personen hätten dort Zäune gestürmt. „Auf dem Gelände kam es anschließend zu Sachbeschädigungen und Farbschmierereien.“ Es gab eine Festnahme, zwei Demonstranten kamen in Gewahrsam.