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MOPO.de | Rentnerin aus Bramfeld (78) bestraft: Ein Mal „Neger“ sagen kostet 100 Euro
18. April 2015
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Rentnerin aus Bramfeld (78) bestraft: Ein Mal „Neger“ sagen kostet 100 Euro

Elke W. (78) muss 100 Euro zahlen, weil sie einen Jungen „Neger“ nannte.

Elke W. (78) muss 100 Euro zahlen, weil sie einen Jungen „Neger“ nannte.

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Patrick Sun

„Neger, du stehst im Weg, geh mal in dein Land zurück!“ So soll Elke W. einen dunkelhäutigen Elfjährigen angesprochen haben. Dass sie den Jungen auch geschlagen hat, glaubte die Richterin aber nicht. Die Angeklagte kam mit einer Geldstrafe davon.

„Ja, ich habe ihn als Neger bezeichnet“, räumte Elke W. am Donnerstag im Amtsgericht Barmbek ein. Und die Richterin war froh, dass die 78-Jährige ein Geständnis ablegte. Denn anhand der Zeugenaussagen ließ sich der Vorfall vom 9. Januar 2014 kaum rekonstruieren.

Fest steht nur, dass der damals elfjährige John H. in der Berner Chaussee (Bramfeld) in Höhe der Bushaltestelle Hohnerkamp auf dem Radweg stand. „Da fuhr ich gerade auf meinem Fahrrad und habe geklingelt“, erinnerte sich die Angeklagte. „Aber der sagte nur frech zu mir: ,Nutte, was willst du von mir?‘“

Danach sei es zwischen ihr und dem Schüler zu einem Wortgefecht gekommen, in dem auch das Wort „Neger“ fiel. Der Schüler bestritt, dass er die Angeklagte beleidigt habe. Zudem gab er an, dass er zwei Ohrfeigen von ihr bekommen habe. Sein 13-jähriger Freund, der auch als Zeuge aussagte, konnte das jedoch nicht bestätigen.

Gesagt ist gesagt, dachte sich aber die Richterin und verdonnerte Elke W. wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 100 Euro.