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Rechnung von „ExtraEnergie“: Hilfe, ich soll 16.000 Euro für Gas zahlen!

Gerd Deutschländer (54) vor seinem Haus in Wilhelmsburg.

Gerd Deutschländer (54) vor seinem Haus in Wilhelmsburg.

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Patrick Sun

„Was glauben die eigentlich, wer ich bin? Karstadt Mönckebergstraße oder was?“, schimpft Gerd Deutschländer. „Wie kommen die auf den Gedanken, dass ich 1,5 Millionen Kilowattstunden Gas im Jahr verbrauche? Ich habe ein Häuschen von 200 Quadratmetern! Keinen Palast!“

Der Anlass für den Zorn des 54-jährigen Kfz-Mechanikers aus Wilhelmsburg: Die Abschlagsrechnung seines neuen Gasversorgers ExtraEnergie für November und Dezember. Die beläuft sich nämlich auf 16.074 Euro. Hochgerechnet auf ein Jahr würde Deutschländer damit auf Gaskosten von 100.000 Euro kommen.

Der Hamburger hatte zum 1. November den Energieversorger gewechselt – eigentlich um Geld zu sparen. Vorher war er bei Grünwelt-Energie, wo er monatlich rund 250 Euro Abschlag zahlte – für etwa 52000 Kilowattstunden pro Jahr. „Dem neuen Anbieter habe ich als durchschnittlichen Verbrauch dieselbe Menge genannt“, erzählt Deutschländer.

„Als die irre Rechnung kam, habe ich mich total erschrocken. Dann aber wurde mir bald klar: ein Irrtum.“ Aber seine Hoffnung, die Sache mit einem kurzen Telefonat aus der Welt schaffen zu können, erfüllte sich nicht. „Ich habe mindestens acht Mal bei der Firma angerufen. Ohne Erfolg. Immer hieß es nur, man könne da nichts machen. Hamburg-Netz, der Netzbetreiber, habe ExtraEnergie nun mal einen Verbrauch von 1,5 Millionen Kilowattstunden gemeldet. Basta.“

Trotz aller Proteste versuchte ExtraEnergie dann sogar, die geforderte Summe von Deutschländers Konto einzuziehen. Da allerdings hatte der 54-Jährige Glück im Unglück: Weil nicht genug Guthaben drauf war, ließ die Bank die Transaktion nicht zu.

Deutschländer ist kein Einzelfall. Vor ein paar Tagen berichtete die MOPO über Michael Neher (53), Medienberater aus Niendorf, der exakt das Gleiche erlebt hat: Auch er war zu ExtraEnergie gewechselt, auch er bekam eine gepfefferte Rechnung: 15.721 Euro für zwei Monate.

Was ist los bei ExtraEnergie? Auf MOPO-Nachfrage wies Stephanie Jorda, die Sprecherin des Chemnitzer Unternehmens, alle Schuld von sich. Verantwortlich sei der Netzbetreiber. Der habe offenbar einen viel zu hohen Verbrauch gemeldet.

Hamburg-Netz bestätigt das. Ein Sachbearbeiter habe versehentlich eine falsche Zahl eingetragen. Da danach alles automatisch ablaufe, falle ein ungewöhnlich hoher Verbrauch nicht auf, so Sprecher Ove Struck.

Bleibt die Frage: Wie oft hat sich der Sachbearbeiter eigentlich noch geirrt? Wenn auch Sie eine irrwitzige Rechnung erhalten haben, bitte melden! E-Mail: olaf.wunder@mopo.de