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Brand im „Golden Pudel Club“: Rocko Schamoni: „Keine Ahnung, wie es weitergeht!"

2016-02-14_11.20.18

Das Ausmaß des Großbrandes war erst am Sonntag sichtbar.

Foto:

Iksanov

Feuer im Kult-Club: In der Nacht zu Sonntag brannte es im „Golden Pudel Club“. Rund 80 Menschen brachten sich rechtzeitig in Sicherheit. Nach ersten Erkenntnissen fing Unrat in einem vor der Tür der Feier-Institution stehenden Schuppen Feuer. Das vorläufige Ende einer Legende.

Exklusiv-Video: So brach der Brand im „Golden Pudel Club“ aus
Anwohner filmten den Ausbruch des Feuers aus dem Nachbargebäude.

Es ist zirka drei Uhr. Eine Polizeistreife fährt am Fischmarkt entlang, entdeckt die Flammen. Die Beamten reagieren sofort, evakuieren das Gebäude. Die Feuerwehr wird alarmiert.

Vor dem „Pudel“, wie die Kult-Disko von Party-Liebhabern genannt wird, stehen die Gäste. Während dichter Rauch nach außen dringt, werden sie von Einsatzkräften versorgt, bekommen Decken. Verletzt wird glücklicherweise niemand. Die Feuerwehr schafft es sogar, einige der Gästejacken vor den Flammen zu retten. Die Feuerwehr musste das Dach abdecken, um an die letzten Glutnester zu kommen.

Vom „Golden Pudel Club“ bleibt nicht viel übrig. Er wurde laut eines Polizeisprechers aber auch nicht vollständig zerstört. Nun gilt es zu klären, warum das Feuer ausbrach. Statiker untersuchen zudem, ob das Gebäude einsturzgefährdet ist.

Seit Jahren gibt es Streit um den Club am Hafen. Am 20. April soll das Gebäude eigentlich vor dem Amtsgericht Altona zwangsversteigert werden.

Bei den „Pudel“-Unterstützern formiert sich deshalb Widerstand. Der Club, so ihr Plan, soll künftig in eine Stiftung übergehen. Der „Verein für Gegenkultur“ hat deshalb erst vor kurzem eine Kampfansage formuliert: „Der Pudel begreift sich als gelebte Alternative zur Wertschöpfungskette einer fresssüchtigen Eventmaschine, in einer immer stärker kommerzialisierten Stadt. Aus dieser Verantwortung heraus werden wir, gemeinsam mit allen Unterstützerinnen, die Zeit bis zur Versteigerung nicht tatenlos verstreichen lassen. Bald werden wir Zähne zeigen und unsere Aktionen ankündigen.“

Eigentümer der Immobilie am Hafenrand sind der Bestsellerautor und Künstler Rocko Schamoni und Wolf Richter in einer „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ GbR. Die Zwangsversteigerung steht am Ende eines jahrelangen Konfliktes zwischen den einstigen Weggefährten. Wolf Richter hat den GbR-Vertrag gekündigt.

Schamoni ist erschüttert über die Zerstörung: „Ich wurde telefonisch informiert und stehe noch unter Schock“, erklärt der Pudel-Betreiber auf MOPO-Nachfrage. „Wir müssen uns jetzt zusammensetzen, wir müssen mit der Versicherung sprechen. Wie es weitergeht, dazu kann ich im Moment noch gar nichts sagen.“

Video: „Golden Pudel“: Hier brennt der Kult-Club aus
Jahrelang gab es heftigen Streit um das Gebäude.