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An Silvester auf dem Kiez: Sex-Mob geht auf Frauen-Jagd

Zwei Polizisten auf der Großen Freiheit

Die Große Freiheit: Hier ist Kathrin S. (19) von einer Gruppe Männer am ganzen Körper betatscht worden.

Foto:

Bildarchiv Morgenpost

Albtraum in der Silvesternacht: Ein Männer-Mob hat im Gedränge auf der Reeperbahn und der Großen Freiheit Frauen gezielt eingekesselt, begrapscht und teils ausgeraubt. Die Opfer flüchteten verstört zu Türstehern und flehten um Einlass in die Clubs. Verstörend: Ähnliches hat sich zeitgleich in Köln zugetragen.

Kathrin S. (19, Name geändert) feiert Silvester mit zwei gleichaltrigen Freundinnen auf dem Kiez. Die jungen Frauen haben sich für den Abend schick gemacht, tragen hohe Schuhe und schicke Kleider. Bis etwa 1.30 Uhr feiern sie im „Superfly“ an der Großen Freiheit, dann entschließen sie sich, ins „Noho“ am Nobistor zu wechseln.

Zu dieser Zeit ist die Große Freiheit rappelvoll. „Auf einmal umzingelte mich eine Gruppe von Männern“, sagt Kathrin S. Die junge Frau verliert ihre Freundinnen aus den Augen. „Plötzlich waren zig Hände an meinem Körper. Sie waren überall, griffen mir immer wieder unter den Rock!“ Sie versucht, sich zu wehren, gerät in Panik und fällt zu Boden. In diesem Moment lassen die Männer von ihr ab.

Kathrin S. ist nicht die Einzige, der in dieser Nacht so etwas widerfahren ist. Leser berichten der MOPO, wie Frauen sogar die Kleider zerrissen wurden. Allein fünf weitere Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren schildern der Polizei Vorfälle, zeigen sie an. Der Unterschied bei diesen fünf: Sie werden bei den massiven Übergriffen zusätzlich beraubt. Smartphones und Geldbörsen ziehen die Täter aus den Taschen und fliehen. Kathrin S. fehlt nichts – vielleicht, weil sie hingefallen ist.

Wer sind die Männer, die diese eklige Sex-Masche abziehen? Die Polizei bittet weitere Zeugen um Hinweise (Tel. 428656789). Da die Anzeigen teils erst am nächsten Tag erfolgen, gibt es noch keine Erkenntnisse zu den Identitäten. Die Aussagen der betroffenen Frauen sind vage. Sie sprechen von Gruppen mit jeweils sechs bis acht oder auch 15 bis 20 Männern mit südländischem Aussehen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Türsteher beobachten das Phänomen schon seit einiger Zeit, nie aber sei es so schlimm gewesen wie an Silvester. In der Szene wird davon ausgegangen, dass die Täter Flüchtlinge seien, da sie angeblich kein Deutsch sprechen.  Eine Bestätigung dafür gibt es nicht.

Türsteher Hauke W. („Thomas Read“) berichtet, wie Frauen auch in den Schlangen vor Clubs bedrängt wurden. „Einige Frauen hatten sich vor Angst nach vorne gedrängelt und gebeten, dass die Männer nicht reinkommen, sagt er.

Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls oder Raubes und sexueller Beleidigung (etwa wegen des Greifens an Busen und Po) – nicht Belästigung. Gerüchten, wonach die  Große Freiheit zwischen 2 und 4 Uhr wegen der Sex-Attacken   gesperrt wurde, widerspricht die Polizei. Sperrungen habe es wegen der Besuchermassen gegeben.

Wurden Sie in der Silvesternacht auch von Männer-Gruppen auf dem Kiez massiv belästigt? Dann schreiben Sie uns: hamburg@mopo.de