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Scholz geht in die Offensive: Jetzt sollen die Hamburger selbst Flüchtlinge verteilen!

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bittet die Hamburger um Beteiligung bei der Standortsuche für Flüchtlingsunterkünfte.

Foto:

dpa/HafenCity Universität

Mangelnde Beteiligung, ungerechte Verteilung, ghettohafte Unterkünfte – das sind immer wieder Kritikpunkte zur Flüchtlingsunterbringung des Senats. Nun reagiert Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) mit einer Gegenoffensive. Er fordert die Hamburger auf, an einem interaktiven Modellprojekt zur Flächenfindung mitzuwirken.

Es sieht aus wie ein großes Legospiel, ist technisch aber höchst anspruchsvoll. Das „Stadtmodell zur Flächenfindung für Flüchtlingsunterkünfte“ wurde von der HafenCity Universität (HCU) entwickelt und soll dazu beitragen, dass Standortvorschläge „mit Blick auf die ganze Stadt“ gemeinsam diskutiert werden.

Dazu werden die Stadt  Hamburg sowie einzelne Stadtteile  als Modelle auf Tischen aufgebaut – inklusive aller bereits vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte. An die Wand projiziert wird ein Plan der Stadt mit den wichtigsten Orientierungsmerkmalen.

Stadtmodell.

Mit einem Stadtmodell ähnlich wie dem auf dem Foto kann interaktiv auf die Standortsuche für Flüchtlingsunterkünfte gegangen werden.

Foto:

HafenCity Universität

Nun können die Mitwirkenden auf Standortsuche gehen. Wer glaubt, einen gefunden zu haben, markiert die Stelle mit einem Legostein. Oft stellt man dann fest: So leicht ist die Sache nicht – Parameter wie Naturschutz, Lärmschutz und Privatbesitz machen die Suche kompliziert. Hinzu kommt: Wer irgendwo eine Unterkunft zahlenmäßig reduziert, muss dafür einen neuen Standort finden.

Allein in diesem Jahr muss die Stadt Unterkünfte für weitere 40.000 Flüchtlinge bereitstellen. Die Zeit drängt. „Davon habe ich – was bei mir selten vorkommt – schlaflose Nächte“, gibt Scholz zu.

„Für mich geht es darum, dass wir es als gemeinsame Angelegenheit betrachten. 1,8 Millionen Hamburger haben ein gemeinsames Problem“, sagt Scholz. Er wünsche sich, dass durch das Projekt neue Flächen entdeckt werden. Auch hoffe er, dass sich die Volksinitiative gegen Großunterkünfte an dem Projekt beteiligt. 

Damit spielt Scholz den Ball der Initiative zurück, die sich für Unterkünfte mit maximal 300 Personen starkmacht und einen Mindestabstand von 1000 Metern Luftlinie zwischen den Standorten fordert.

HCU-Projektleiterin Gesa Ziemer dazu: „Das wird schwer“, sagt sie. Selbst die Linke lobt das Projekt, auch wenn sie kritisiert, dass es zu spät komme. Im April, spätestens im Mai soll es losgehen. Bis dahin muss die HCU noch an technischen Details feilen. Geplant sind halbtägige Workshops in der HCU mit bis zu 40 Personen.

Willkommen sei jeder, betont Scholz. Einzelheiten zur Teilnahme und zur Umsetzung gibt’s demnächst.



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