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Papa-Tagebücher: Ich geb' mir die Kugel: Beim Homöopathen

Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.

Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.

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dapd

Die Frau spricht langsam und bedächtig. Sehr langsam und sehr bedächtig. „Oh, kleiner Mann. (Pause) Du bist aber seeehr wütend. (Pause) Tut dir das Bäuchlein weh?“ Das Kind schreit, und davon ist auszugehen.

Ich starre auf das konturlose Riesenkuscheltier, das neben mir auf dem Sofa der Heilpraktikerin sitzt und aussieht wie ein Nacktmull mit großen Ohren. Ich hab’ nix am Hut mit Zucker-Kügelchen, die rhythmisch und bei Vollmond angerührt wurden und Nano-Partikel von angeblichen Wirkstoffen enthalten, aber wie gesagt:

In der Not wirft man alle guten Vorsätze über Bord. Und die Hebamme hat uns das empfohlen. Nachdrücklich. („Wie? Ihr habt immer noch keinen Termin gemacht?!“) Und schaden kann es ja nicht, sagt meine Frau.
Die Heilerin tastet den Jungen minutenlang ab. Erst den Bauch, dann den Kopf. Sie schaut dabei sehr ernst und sehr bedeutungsvoll. Der Junge schreit.
„Also“, sagt sie schließlich, „ich kann keinen klaren Befund erkennen, aber ich würde den Kopf sehr gern weiterbehandeln. Sind Sie privat versichert? Ja?“ Ein Lächeln huscht über ihr Schamanen-Antlitz: „Dann haben wir gar kein Problem.“
Drei Tage später: Brav haben wir den Bauch des Kindes mit der „Nicotiana-Paste eingecremt („Unbedingt im Uhrzeigersinn anwenden!“) und ihm Kügelchen eingeflößt. Die Wirkung? Nun ja ...
Die Hebamme ist da, beäugt missmutig die Mittelchen und meint: „Creme und Kügelchen – das ist doch alles Quatsch. Das mit den Bauchschmerzen wächst sich raus …“
Na, danke.


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