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Neue Art der Gewalt: Wilhelmsburg: Flüchtlinge greifen Polizeihunde an

Flüchtlinge schlugen und traten laut Polizei auf die Diensthunde ein. Polizeibeamte nahmen ihnen daraufhin die Maulkörbe ab. Zwei Männer wurden gebissen.

Flüchtlinge schlugen und traten laut Polizei auf die Diensthunde ein. Polizeibeamte nahmen ihnen daraufhin die Maulkörbe ab. Zwei Männer wurden gebissen.

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Sun/dpa

Die Flüchtlings-Krise wird in Hamburg dramatischer: Die Feuerwehr ist durch zunehmende Einsätze in Lagern am Limit. Ein Flüchtling wurde angeblich von einem Bahn-Mitarbeiter verprügelt, ein anderer auf Sylt getötet. Und in Wilhelmsburg gingen Asylbewerber erstmals sogar auf Polizisten und ihre Diensthunde los.

Gewalt-Protest in Flüchtlingslager

Diese Form von Gewalt hat es noch nicht gegeben. Am Dienstagnachmittag besetzten 53 Eritreer die Dratelnstraße vor der dortigen Erstaufnahme. Als die Polizei die Demonstranten aufforderte, die Fahrbahn zu räumen, stellten diese sich laut Polizei in Angriffshaltung auf.

Die Beamten holten eine Hundestaffel als Verstärkung. Doch beim Versuch, die Protestler abzudrängen, schlugen und traten diese demnach auf die Hunde ein. Die Beamten setzten Schlagstöcke ein, doch die Attacken auf die Hunde gingen laut Polizei weiter. Also wurden den Hunden die Maulkörbe abgenommen. Ein Mann (35), der einen Hund schlug, wurde von diesem gebissen. Ein Sicherheitsmitarbeiter geriet zwischen die Fronten, wurde ebenfalls gebissen.

Grund für den Protest: Eine Gruppe Syrer, die in der Unterkunft laut Betreiber Fördern & Wohnen für viel Streit gesorgt hatte, sollte verlegt werden. Die Eritreer glaubten, die Syrer würden in eine bessere Unterkunft kommen und wurden – trotz der Erklärungen des Personals – wütend.

Polizeisprecher Timo Zill: „Es ist das erste Mal, dass Polizeibeamte und Diensthunde attackiert wurden. Bislang hat es keine derartigen Aggressionen gegeben. Wir gehen derzeit von einem Einzelfall aus, werden die Entwicklung jedoch beobachten.“ Die Polizei war mit 25 Streifenwagen im Einsatz.

Zuvor war es zu einer Auseinandersetzung zwischen 30-40 Irakern und Syrern in Harburg (Schlachthofstraße) gekommen. Die streitenden Gruppen schlugen aufeinander ein. 15 Bewohner kamen in Gewahrsam, drei ins Krankenhaus. 20 Streifen waren hier im Einsatz.

Flüchtling auf Sylt getötet

Grausige Bluttat auf Sylt: Bei einer Messerstecherei in einer Flüchtlingsunterkunft in Westerland ist am Mittwoch ein Mann getötet worden. Das Opfer sei „mit einem Messer im Hals“ aus dem Haus gekommen, sagte ein Zeuge. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.

Die Staatsanwaltschaft Flensburg prüft die Identität des mutmaßlichen Täters. „Es gibt Widersprüchlichkeiten“, so Sprecher Otto Gosch. Neben der Nationalität müssen auch andere Daten abklärt werden. Die Auseinandersetzung fand in der Straße Sjipwai in Westerland statt. Sie liegt in der Nähe des Flughafens und gilt als „Problemstraße“.

Schaffner tickte aus

Die Itzehoer Staatsanwaltschaft prüft eine Anzeige, wonach ein Zugbegleiter einen Flüchtling am Sonnabend auf der Strecke Kiel–Hamburg beschimpft und aus der Bahn geworfen haben soll. Ein Kieler Rechtsanwalt hatte den Vorfall beobachtet und den Zugbegleiter angezeigt. „Die Anzeige ging gestern ein“, sagt Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen.

Der Zugbegleiter soll den Mann auf dem Bahnhof Wrist mit teilweise heruntergezogenen Hosen aus dem Zug geworfen und dessen Telefon hinterhergeworfen haben. Das Handy sei kaputt gegangen. Dreeßen: „Die Personalien des Mannes stehen noch nicht fest.“

Feuerwehr in Notlage

Die Feuerwehr hat massive Probleme: In einigen Unterkünften rücken die Retter wegen kranker oder verletzter Flüchtlinge bis zu 30 Mal am Tag an. Deshalb hat der Personalrat zusätzliche fünf Rettungswagen und 50 Mitarbeiter gefordert.

Bis zu zehn Prozent mehr Rettungswageneinsätze fährt die Feuerwehr aufgrund der Flüchtlingszahlen. Auf das Jahr gerechnet sind das ungefähr 20.000 zusätzliche Einsätze. „Damit die Versorgung aller gewährleistet bleibt, brauchen wir Verstärkung“, so Personalrats-Chef Olaf Reichelt (49). Innensenator Michael Neumann (SPD) sagte gestern Hilfe zu.


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