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Mord an türkischem Gemüsehändler: 2001 schlugen die Killer-Nazis in Bahrenfeld zu

In diesem Bahrenfelder Gemüseladen wurde Süleyman T. (31) 2001 erschossen.

In diesem Bahrenfelder Gemüseladen wurde Süleyman T. (31) 2001 erschossen.

Foto:

Abi Schmidt

Der Türke Süleyman Tasköprü wurde am 27. Juni 2001 in seinem Geschäft an der Schützenstraße durch drei Kopfschüsse hingerichtet. Erst jetzt, zehn Jahre später, steht fest, dass er wohl eines der Opfer der Killer-Nazis wurde.

Die Schützenstraße in Bahrenfeld. Der „Tasköprü Market“ existiert längst nicht mehr, doch die Geschichte von Süleyman Tasköprü lebt. Zehn lange Jahre hat der Mord an dem Gemüsehändler die Bewohner und Geschäftsleute beschäftigt. Jetzt sind sie erleichtert, erleichtert darüber, dass das Verbrechen endlich aufgeklärt ist.

Aus dem Lebensmittelgeschäft ist inzwischen ein Fahrradhandel geworden, zuvor war ein Tätowierer drin. Der heutige Mieter betreibt den Laden seit wenigen Monaten. Was passiert ist, weiß er genau. Die Nachbarn hätten es ihm gleich erzählt.

Die Betreiberin einer benachbarten Bäckerei, Esma M. (41), freut sich auch, dass das Ganze jetzt zu Ende ist. Es habe Gerüchte gegeben. Über Schutzgelder und Drogengeschäfte wurde spekuliert. „Ich bin froh, dass nichts an den Gerüchten dran war. Dass Süleyman tatsächlich unschuldig war. Seine Mutter hatte sehr drunter gelitten“, sagt sie.

Tasköprüs Mutter Hatice ist inzwischen tot, sein Vater Ali zurück in die Türkei gegangen. Obwohl der Fall jetzt aufgeklärt ist, hat Esma M. Angst: „Unsere Straße ist wieder im Gespräch, hoffentlich wird sie nicht noch einmal Schauplatz eines Verbrechens“, sagt sie und schaut verunsichert nach draußen. (iks/rg)