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MOPO.de | Mord, Totschlag, Körperverletzung: So brutal ist Hamburg
09. August 2011
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Mord, Totschlag, Körperverletzung: So brutal ist Hamburg

Die Bluttat: Am 14. Mai 2010 hatte Elias A. den 19-jährigen Mel D. im S-Bahnhof mit einem Stich ins Herz getötet. Die Wiederbelebungsmaßnahmen der Ärzte blieben ohne Erfolg.

Die Bluttat: Am 14. Mai 2010 hatte Elias A. den 19-jährigen Mel D. im S-Bahnhof mit einem Stich ins Herz getötet. Die Wiederbelebungsmaßnahmen der Ärzte blieben ohne Erfolg.

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Wohl kaum ein Täter bewegte die Stadt im vergangenen Jahr mehr: Elias A., der Messerstecher vom Jungfernstieg. Eiskalt tötete er am 14. Mai 2010 im S-Bahnhof Jungfernstieg den 19-jährigen Mel D. mit einem Stich ins Herz. Sein Motiv: Frust. Monate später, im Dezember, wurde der 16-Jährige wegen Totschlags schließlich zu sechs Jahren Jugendstrafe, die zwei mitangeklagten Freunde wegen gefährlicher Körperverletzung zu Jugendarrest und Arbeitsauflagen verurteilt.

Jetzt sind Elias A. und seine Freunde nur noch Zahlen in der Statistik „Verurteilungen wegen Gewaltkriminalität in Hamburg 2010“ des Statistikamts Nord. Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1281 Personen in Hamburg verurteilt – gut sechs Prozent weniger, als noch im Vorjahr. Nur 16 Prozent der schuldig Gesprochenen erhielten – wie Elias A. – tatsächlich eine Freiheits- oder Jugendstrafe ohne Bewährung. 23 Prozent der verurteilten Täter waren – wie Elias A. – Jugendliche, die zum Tatzeitpunkt erst zwischen 14 und 17 Jahre alt waren.

Der Anteil der Frauen lag 2010 hingegen bei knapp elf Prozent. Fast 30 Prozent waren „Ausländer“, also Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Und bereits vorbestraft waren gut 57 Prozent der Verurteilten. Bei den Straftaten führt die gefährliche Körperverletzung das Feld an: Unglaubliche 67 Prozent der Schuldsprüche ergingen aus diesem Grund. Bei insgesamt 21762 Anzeigen wegen schwerer Körperverletzung – laut der Kriminalstatistik 2010 – kam es in 854 Fällen zu einer Verurteilung. Mehr als die Hälfte gingen dabei auf das Konto von Vorbestraften, in 113 Fällen waren die Täter Frauen.

Auf den nächsten Plätzen folgen mit jeweils 13 Prozent die räuberische Erpressung und schwerer Raub. Laut Statistik (siehe Tabelle rechts) wurden zudem insgesamt 26 Angeklagte wegen Vergewaltigung oder Vergewaltigung mit Todesfolge sowie 22 Personen wegen Mordes oder Totschlag verurteilt, davon vier Jugendliche. Einer von ihnen ist Elias A., der junge Messerstecher vom Jungfernstieg.