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MOPO.de | Mittelfinger & Dosenbier: Wie die Punks nach Ottensen kamen
02. January 2016
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Mittelfinger & Dosenbier: Wie die Punks nach Ottensen kamen

Punks am Spritzenplatz

Diese Aufnahme entstand im Sommer 1982: Punks sitzen am Spritzenplatz.

Foto:

picture-alliance / dpa

Sie gehören seit Jahren zum Spritzenplatz: Ottensens Punks. Zwischen Friseurladen und Dönerladen trifft sich eine große Gruppe beinahe täglich. Mittelfinger und Dosenbier: Ein historisches Video zeigt, wie die Punker-Szene 1982 nach Ottensen kam.

Ein Filmteam der Georg-August-Universität Göttingen hat damals die Aufnahmen der Punker für das hochschulinterne Fernsehen gemacht, ihren Alltag und die Probleme mit den Anwohnern festgehalten. Zu sehen: Ottensener, die sich überwiegend über Aussehen und Verhalten der Punks auslassen, sie für kaputte Scheiben, Müllberge und Laustärke verantwortlich machen. Auf der anderen Seite die recht jungen Menschen, die erklären, warum sie sich für ein Leben als Punk entschieden haben.

Ein Streetworker erzählt im Video, wie die Punkerszene aus der Innenstadt übers Karoviertel nach Ottensen kam. Er wolle Hilfestellung geben, um einen „Spalt für die Tür zur Gesellschaft zu öffnen“, so der Mann. Die Punks seien damals durch massive staatliche Gewalt von ihren ursprünglichen Plätzen verdrängt worden.

Ende der 1970er Jahre war die Punk-Bewegung aus England und den USA nach Deutschland geschwappt. Provozierendes Aussehen, eine rebellische Haltung und nonkonformistisches Verhalten zeichneten die Jugendlichen aus. Immer wieder kam es zu Zwischenfällen zwischen Punks und Polizei. Im Mai 1980 fielen rund 200 Jugendliche über Pöseldorf her, demolierten Autos und griffen Promi-Treffs an.

Der Kurzfilm, der schon vor drei Jahren bei YouTube hochgeladen wurde, wird derzeit bei Facebook von mehreren Blogs wie „Inside Ottensen“ geteilt. Die seltenen Bewegtbild-Aufnahmen zeigen einen Teil des beliebten Szene-Viertels, wie er heute kaum noch sichtbar ist.