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Mitarbeiter in Angst: Großer Showdown bei „Goodgame Studios“

Goodgamebrüder

Die Brüder Kai (39, l.) und Christian (35) Wawrzinek, Geschäftsführer von Goodgame Studios warfen 28 Mitarbeiter raus, weil sie einen Betriebsrat gründen wollten. Vor ihnen haben viele Mitarbeiter Angst.

Foto:

hfr

Der Tag des großen Showdowns ist gekommen: Am Dienstag findet die Betriebsversammlung beim Spiele-Hersteller „Goodgame Studio“ im CCH statt. Hier soll ein Wahlvorstand gewählt werden, der dann eine Betriebsratswahl ansetzen kann. Doch wie viele der 1200 Mitarbeiter tatsächlich kommen werden, ist unklar - denn sie wurden eingeschüchtert.

Das Unternehmen hatte kürzlich 28 Angestellte entlassen, weil sie einen Betriebsrat gründen wollen. Die Verunsicherung ist intern groß. „Die Kündigungen haben vielen Mitarbeitern Angst eingejagt“, heißt es in einem Brief an die MOPO, der von einer „Gruppe besorgter Mitarbeiter“ unterzeichnet ist.

Niemand wage, sich zu positionieren. Die Gerüchteküche, wer für die Betriebsratswahl kandidieren könnte, brodele. „Die Betreffenden werden  beobachtet und alle warten darauf, dass auch sie rausfliegen.“

Laut Gabriele Weinrich-Borg von der Gewerkschaft Verdi, die die Gekündigten unterstützt, wurden die Mitarbeiter aufgefordert, eine eigene Mitarbeitervertretung zu gründen. „Wenn ihr eine eigene Vertretung  wollt, geht zur Betriebsversammlung am 19. Januar, aber wählt nicht!“, so das Zitat von einem Info-Chart, das das Management an eine Wand projizieren ließ. Weinlich-Borg hat ein Foto davon. „Damit verstößt ,Goodgame‘ gegen das Gesetz!“

Das Unternehmen wies am Montag erneut alle Vorwürfe von sich und bekräftigte: „Mitarbeiter, die für den Wahlvorstand kandidieren, müssen mit keinerlei negativen Konsequenzen rechnen“, so Sprecher Guido Schmitz.

Die Mitarbeiter befürchten anderes: „Das Management hofft offenbar, dass die Betriebsratswahl scheitert, weil sich nicht genügend Mitarbeiter an der Wahl eines Wahlvorstands beteiligen“, heißt es in dem offenen Brief. Viele Kollegen überlegten, der Veranstaltung aus Angst fernzubleiben. „Damit hätte das Management sein Ziel erreicht.“