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Mein Lieblings-Imbiss: „Eppendorfer Grillstation“: Das zweite Zuhause

Imbiss-Chef Oliver Kammerer (43, l.) mit Stammgast Ingrid Falke (66) und Mitarbeiter Markus Ex (38)

Imbiss-Chef Oliver Kammerer (43, l.) mit Stammgast Ingrid Falke (66) und Mitarbeiter Markus Ex (38)

Foto:

Hambuerger Morgenpost

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Seit „Dittsche“ hier im Bademantel übers Leben sinniert, ist die „Eppendorfer Grillstation“ Kult. Doch auch wenn die Kameras aus sind und die echte Belegschaft Würstchen brät, geht’s hier „muggelich“ zu. Der Imbiss am Eppendorfer Weg ist nicht nur ein Schnellrestaurant mit guten Fritten – für einige Menschen ist er ein Zuhause.

Wenn Müllmänner, Anwohner und Anzugträger auf ’ne Currywurst in die „Eppendorfer Grillstation“ kommen, wird in breitem Dialekt philosophiert. Darüber, was man tut, wenn man „Nacken hat“ oder dass „die Tapede im Bad ma runder muss“, weil’s schimmelt.

„Da sitzte hier und klönst so rum und das ist doch irgendwie das Leben, ne“, sagt Ingrid Falke und nimmt einen tiefen Schluck aus ihrem Weinglas. Drei bis vier Mal die Woche kommt die 66-Jährige in die „Eppendorfer Grillstation“, nicht nur um zu essen, sondern auch „auf’n Gläschen“ und „auf’n Schnack“. Seit vier Jahren ist sie Stammgast – weiß genau, dass Wirt Oliver Kammerer bestimmt kein „Fritten-Heini“ ist, sondern gelernt hat, wie man vernünftiges Sauerfleisch macht.

Bis vor sieben Jahren hat der 43-jährige Grillstations-Chef im East Hotel gekocht. „Schick war’s da“, sagt er, „aber ich wollte was Eigenes. Bodenständig und so.“ Also kaufte der gebürtige Schwabe 2005 den Imbiss an der Eppendorfer Landstraße, tauschte Haute Cuisine gegen halbe Hähnchen und Bratkartoffeln. Bereut hat er das nie. „Hier ist immer gute Laune“, sagt Kammerer. Um die zehn Stunden arbeitet er täglich, sechs Tage die Woche, manchmal sieben. Seine Spezialitäten: Frische halbe Hähnchen. Und Zuhören.

„Die Gäste kommen auch mit Problemen zu mir“, sagt Kammerer. Ein bisschen sei das echte Imbiss-Leben eben wie bei „Dittsche“ – ehrliche Probleme, ehrliche Antworten. Nur dass keiner im Bademantel vorbeikommt.

Es ist Dienstagmittag, 11.30 Uhr, Ingrid Falke lehnt auf ihrem Stuhl, das Weinglas vor sich auf dem Tisch. An der Wand hängen Fotos von Schauspieler Olli Dittrich als „Dittsche“. „Dittsche“ mit Thomas Gottschalk, mit Anke Engelke, mit Vitali Klitschko. „Das is hier ’ne richtige Touristenattraktion“, sagt Falke und nimmt noch einen Schluck Wein.

Aus ganz Deutschland würden die Menschen anreisen, um den Imbiss zu sehen. Aber nicht nur wegen „Dittsche“. Sondern auch wegen des guten Essens. „Und die Menschen hier – der Oliver und der Markus – die sind einmalig.“

In den ruhigen Minuten vor dem großen Ansturm auf Currywurst und Hax’n wird deutlich, warum die „Eppendorfer Grillstation“ mehr ist als ein guter Imbiss. Nicht, weil der WDR hier seine preisgekrönte Comedy-Sendung dreht. Die Macher haben lediglich erkannt, wie lustig, tragisch und ehrlich der Alltag zwischen Kartoffel schälen und „Middach“ sein kann. Es sind Menschen wie Oliver Kammerer und Ingrid Falke, die den Gästen ein wohliges Gefühl mitgeben – im Magen und für die Seele. Ihr Alltag ist ein Drehbuch.

„Eppendorfer Grillstation“, Eppendorfer Weg 172, www.eppendorfer-grillstation.de