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Lutz Bachmann: Pegida-Boss droht der MOPO

Bachmann droht

Pegida-Boss Lutz Bachmann droht der MOPO wegen Schandfleck-Titel.

Foto:

HFR

In Bautzen brennt eine Flüchtlingsunterkunft unter Gejohle nieder.  In Clausnitz werden ankommende Flüchtlinge mit Hasssprechchören empfangen.  In Freital wütete im Sommer ein Mob tagelang gegen Asylbewerber. Der Freistaat Sachsen ist zum Symbol für das hässliche Deutschland geworden. Die MOPO zeigte deshalb heute auf dem Titel eine Deutschlandkarte mit braun eingefärbtem Sachsen und stellte die Schlagzeile „Der Schandfleck“ daneben. Einem gefiel das gar nicht: Lutz Bachmann. Ausgerechnet der Pegida-Boss droht der MOPO auf Facebook mit einer Strafanzeige wegen Volksverhetzung.

„Am heutigen 22.02.2016 erstatte ich mit unseren Anwälten Strafanzeige und stelle Bestrafungsantrag und Strafantrag wegen Verdacht auf eine Straftat nach §130 StGb gegen die Hamburger Morgenpost. Eine entsprechende Klageschrift wird gerade ausgearbeitet“, schreibt Bachmann auf Facebook.

Die Linien sind für den Pegida-Chef klar gezogen: Auf der einen Seite die MOPO, deren Mitarbeiter in Bachmannschen Worten "Presstituierte der Moslempost" sind – auf der anderen Seite die aufrechten Sachsen, das "kleine gallische Dorf, welches sich gegen den Irrsinn der Merkelpolitik wehrt." Und der eigentliche Schandfleck? Für Bachmann auf unserem Titel "weiß gekennzeichnet", also das restliche Deutschland. Die Begründung für seine Einordnung? Bleibt Bachmann schuldig.

Dafür teilt er in den Hashtags seines Postings, wie üblich, ordentlich aus: Da wird Bundespräsident Gauck zum „#Bundesgauckler“, Vizekanzler Gabriel zum „#SonderschülerSigmar“, Grünen-Chef Cem Özdemir zum „#MischpokeCem“ und Claudia Roth bekommt den Beinamen „Fatima“.

Auch sonst fällt Bachmann nicht unbedingt mit differenzierter Rhetorik auf: Im November sorgte er auf einer Pegida-Demo für einen Eklat, als er Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit Ober-Nazi und Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels verglich.

Mit Strafanzeigen wegen Volksverhetzung kennt sich der Pegida-Boss bestens aus. Der sächsische Grünen-Vorsitzende Jürgen Kasek zeigte Bachmann an, weil dieser ein T-Shirt mit der Aufschrift „Rapefugees not welcome“ trug, einer Wortkombination aus „rape“( vergewaltigen) und „refugees“ (Flüchtlinge).

„Dass einer der größten Hetzer des Landes uns wegen Volksverhetzung anzeigen will, klingt wie ein schlechter Witz“, sagt Frank Niggemeier, Chefredakteur der „Hamburger Morgenpost“.

„Wir sehen einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung gelassen entgegen. Bis dahin nehmen wir zur Kenntnis, dass Herr Bachmann neben anderen demokratischen Spielregeln auch das Prinzip der Meinungs- und Pressefreiheit nicht verstanden hat.“


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