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Lucie (46) aus Wedel: Früher wog sie 153 Kilo - jetzt läuft sie Marathon

90 Kilo weniger als noch vor sechs Jahren: Mehrfach in der Woche trainiert Lucie Heiden-Manikus für den Hamburg-Marathon am 29. April.

90 Kilo weniger als noch vor sechs Jahren: Mehrfach in der Woche trainiert Lucie Heiden-Manikus für den Hamburg-Marathon am 29. April.

Foto:

Schimkus

Am 29. April ist Hamburg-Marathon. Und dass Lucie Heiden-Manikus (46) aus Wedel zu den Teilnehmern zählt, ist – gelinde gesagt – ein Wunder. Noch bis vor wenigen Jahren brachte die 1,62 Meter große Frau 153 Kilo auf die Waage. Selbst ein 100-Meter-Lauf wäre ihr da zu viel gewesen. Heute ist Lucie schlank, attraktiv, wiegt 90 Kilo weniger.

Es war ihr großer Lebenstraum: Endlich schlank und fit zu sein. Endlich mit Freude in den Spiegel zu gucken. Gut 30 Jahre lang hat sie das vermieden. Drei Jahrzehnte hasste sie sich und ihren Körper.

„Ich war von meiner Jugend an übergewichtig“, erzählt die Bürokauffrau und zweifache Mutter. Am Anfang hieß es: „Das verwächst sich mit der Zeit...“ Aber diese Hoffnung ging nicht in Erfüllung.

Später hat sie sich selbst belogen: „Na ja, so schlimm ist es ja auch wieder nicht...“ Und irgendwann war es so weit, dass sie Besuche im Kino vermied, weil sie Angst hatte, sie würde nicht in den Sitz passen. Oder dass sie sich mit Angst in ein Café setzte – weil der Stuhl unter ihr zusammenkrachen könnte.

Nur wenige Fotos gibt es aus der Zeit, als sie fett war. „Klar“, sagt sie, „in diesem Zustand mag sich ja niemand gerne fotografieren lassen.“ Aber immerhin: Auf zwei Bildern, die bei einem Familienfest geschossen wurden, ist Lucie Heiden-Manikus an einem Tisch sitzend zu sehen. Unfassbar ihre Leibesfülle.

Ein anderes Foto zeigt sie 2007 während einer Radtour an den Elbbrücken. Da wiegt sie noch rund 100 Kilo, schon 50 weniger als zu Spitzenzeiten. Und immer noch hat die Frau wenig Ähnlichkeit mit der Marathon-Läuferin von heute.

90 Kilo weniger – wie hat sie das geschafft? „Ende 2006 unterzog ich mich einer Magen-Bypass-OP. Dabei wird der Magen durchtrennt, der Darm verkürzt. Für die Verdauung steht dann nur noch ein kleinerer Restmagen zur Verfügung. Wegen der Verkürzung des Darms wird nur noch ein Teil des aufgenommenen Fettes verdaut, der Rest ausgeschieden.

„Parallel dazu habe ich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt“, erzählt Lucie Heiden-Manikus. „Ich esse gesund. Vor allem aber: Ich mache Sport.“ Die 46-Jährige hat das Laufen für sich entdeckt. „Am Anfang war es eine Qual. Irgendwann aber hat es angefangen, Spaß zu machen. Heute kann ich nicht mehr ohne.“ Unvergesslich ist für sie der Alsterlauf 2010. „Als ich nach zehn Kilometern durchs Ziel lief, war ich so glücklich wie nie zuvor.“

Derzeit trainiert Lucie Heiden-Manikus für den Hamburg-Marathon. Ihr normales Pensum von 30 bis 50 Kilometer pro Woche hat sie auf 70 bis 80 erhöht. Manche Freunde sind verblüfft über die Fitness, die die Frau an den Tag legt. „Du bist ein anderer Mensch“, sagen sie. Nicht nur das Gewicht habe sich radikal geändert. Lustiger, lebensbejahender sei sie. Eine Freundin, die sie schon seit der Grundschule kennt, sagte kürzlich zu ihr: „Es ist so schön. Du bist wieder so lebhaft, wie Du als Kind warst!“