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Kritik von der Linken: Gefahrengebiets-Bilanz: Rund 1 Million Euro für 19 Böller

Das Gefahrengebiet sorgte für viel Zoff.

Das Gefahrengebiet sorgte für viel Zoff.

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Florian Quandt

Die hitzige Diskussion um das Gefahrengebiet hatte sich gerade etwas beruhigt, da wird sie wieder neu befeuert: Fast 1000 Personen wurden kontrolliert – die Bilanz fällt aber ziemlich ernüchternd aus. Unter anderem wurden 19 Böller sichergestellt. Fast eine Million Euro hat die Maßnahme gekostet.

Neun Tage lang durfte die Polizei erst im umstrittenen Gefahrengebiet und zuletzt in den Gefahreninseln verdachtsunabhängige Personenkontrollen durchführen und Taschen überprüfen. In St. Pauli, der Sternschanze und Altona wurden insgesamt fast 1000 Menschen kontrolliert. Die Polizei zog nach dem Ende eine positive Bilanz, „zahlreiche illegale“ Gegenstände seien beschlagnahmt worden.

In der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei und dem Wortprotokoll der Sitzung des Innenausschusses liest sich das allerdings nüchterner. Demnach wurden 19 Böller, Pfefferspray, ein Schlagstock, zwei Knüppel und ein Taschenmesser sichergestellt. Außerdem Schals, Klebeband, eine Plastiktüte sowie eine Gas-Schutzmaske.

Bei 1000 Kontrollen fand die Polizei 19 Böller, einen Schlagstock, ein Taschenmesser und eine Rolle Klopapier mit der Aufschrift „Peng“ ...

Am 5. Januar wurde von den Beamten zudem eine „rauschgiftähnliche Substanz“ beschlagnahmt – es handelte sich allerdings nicht um Marihuana, sondern um Petersilie. Einen Tag später fanden die Polizisten eine in Alufolie eingewickelte Klopapier-Rolle, in der ein Zettel mit der Aufschrift „Peng“ steckte. Auch Klobürsten tauchen in den Tabellen immer wieder auf.

Eine magere Ausbeute – und eine sehr teure Polizeiaktion: Laut Senat belaufen sich die Kosten für die mehr als 3000 eingesetzten Beamten innerhalb der neun Tage auf fast eine Million Euro.

Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, findet dafür klare Worte. „Der Teleskopschlagstock ist eine Waffe, aber bei den übrigen Gegenständen handelt es sich nicht um gefährliche Waffen, von denen immer wieder gesprochen wurde“, sagt sie zur MOPO. „Da wurde die Öffentlichkeit nicht wahrheitsgemäßg informiert und Sachen ganz klar aufgebauscht!“

Die Polizei wollte sich auf Nachfrage am Dienstag nicht zur Gefährlichkeit der sichergestellten Gegenstände äußern.