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Kreis Stormarn: Mönchsteich: Hier züchteten Mönche einst Karpfen

Sehr abgeschieden, sehr ruhig und mit vielen einsamen Mini-Buchten – das ist der Mönchsteich. Er ist Teil der „Drei-Seen-Platte“ in der Stormarner Schweiz.

Sehr abgeschieden, sehr ruhig und mit vielen einsamen Mini-Buchten – das ist der Mönchsteich. Er ist Teil der „Drei-Seen-Platte“ in der Stormarner Schweiz.

Foto:

Florian Quandt

Wenn das die Mönche wüssten! 800 Jahre ist es her, dass die Brüder des Zisterzienserklosters im Kreis Stormarn einen Teich zur Karpfenzucht anlegten. So kam der Mönchsteich zu seinem Namen. Jungfräulich schön ist er noch immer – allerdings wenig züchtig: Das Gewässer ist ein Paradies für FKK-Fans! Ein typischer Badesee ist der nahe Trittau gelegene Mönchsteich nicht gerade.

Anders als seine beiden Geschwister – der Lütjensee und der Großensee – hat er keine Liegewiese, keine Strände oder offiziellen Badestellen. Man muss schon ein bisschen durch den umliegenden Wald laufen, um die im Schilf versteckten Mini-Buchten zu finden, die einem dafür völlige Einsamkeit versprechen.

Weder vom anderen Ufer noch von Vorsprüngen aus sind diese Buchten einsehbar. Genau aus diesem Grund ist der Mönchsteich besonders bei Nacktbadern sehr beliebt. Und so trifft der Spaziergänger immer wieder auf ältere Herren, die die volle Pracht ihrer Schöpfung selbstbewusst gen Sonne recken. Doch auch junge Paare suchen die stillen Ecken auf – vor allem, um ungestört zu sein.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit zieht auch viele Vögel an. Ein Kuckuck ruft lauthals von einem Baumwipfel hinunter. Wer Glück hat, kann in den Abendstunden schon mal einen Uhu erspähen. Ein Schwanenpaar zieht auf dem Mönchsteich seine fünf Küken groß und dreht mit ihnen elegante Runden über den See, auf dem zu dieser Jahreszeit auch die eine oder andere rosafarbene Seerose blüht.

Wen der Hunger überkommt, der muss den See allerdings verlassen. Die traditionelle „Mönchsquelle“ hat zugemacht. Aber nur wenige Minuten entfernt liegt das Forsthaus Seebergen. Der Ausflug dahin kommt einer Zeitreise in die 50er Jahre gleich. Über eine weiße Brücke mit alten Laternen geht es zu dem an einem Ententeich gelegenen schnörkeligen Veranda-Gebäude.

Kellnerinnen im Dirndl bewirten die Gäste auf einer Terrasse, die mit Gartenstühlen bestückt ist. Die Badegäste vom Mönchsteich müssen sich allerdings an eine Regel halten: Nackte sind hier unerwünscht!