Krawall, Irrsinn, Remmidemmi: Deichkind, das brachial-derbe Elektro-Rap-Kollektiv aus Hamburg, steht inzwischen deutschlandweit für ungehemmte musikalische Ekstase. Ab morgen geht die in eine neue Runde: „Befehl von ganz unten“, das lang erwartete neue Album, liegt in den Läden.
Von den Festivals der Republik sind sie nicht mehr wegzudenken. Ihre Partycrasher-Hymne „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ lief in der Endlos-Schleife auf unzähligen Teenager-Orgien. Jetzt also „Befehl von ganz unten“. Und das ist eindeutig anspruchsvoller als die Vorgänger, die musikalischen Seitensprünge sind noch konsequenter: So kooperieren sie für den Song „Die Rote Kiste“ mit den Hamburger Punk-Veteranen Slime – und klangen nie dreckiger.
„Der Mond ist tot“ erinnert an die Melancholie von „Luftbahn“, der Hymne des Vorgänger-Albums „Arbeit nervt“. Aber auch die klaren Ansagen kommen gezielt: „Illegale Fans“ ist eine Hommage an alle, die ihre Musik gratis aus dem Internet saugen – und das obwohl Deichkind mit ihren Partyklassikern zu den am häufigsten raubkopierten Bands gehören.
Der Club-Dauerbrenner wird wohl aber der Song „Leider geil“ werden, das durchaus mit „Remmidemmi“ mithalten kann.
„Befehl von ganz unten“ ist ein weiterer Höhepunkt in der stetig steigenden Erfolgskurve der Hamburger Band. Dabei stand deren Schicksal 2009 auf der Kippe: Der frühe Tod von Produzent Sebi Hackert (†32) schockierte die Bandmitglieder wie die Fans. Doch man machte weiter – Hackert hätte es wohl so gewollt.
Die anstehende Tour zum Album führt Deichkind konsequent in die großen Arenen der Republik: Viel Raum für ihre legendäre Live-Show, viel Raum für eine Riesenparty mit den Fans.
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