Ein Show-Countdown lässt das Publikum in der O2-World an Udo Jürgens’ Gedanken teilhaben: „Noch drei Minuten bis zum Auftritt – wo steht mein Klavier?“, fragt er. Kurz darauf steht er leibhaftig da: Udo, der Gefühlsbetonte!
„Dafür brauch’ ich dich“, singt er – eine Liebeserklärung an seine Fans. Er berührt. Der Entertainer hat mit 77 noch so viel zu geben, weiß aber, dass die Zeit endlich ist – das schwingt in jeder seiner Noten mit.
Tiefe Dankbarkeit äußert er, weil die Hamburger schon seit seinem allerersten Konzert in der Musikhalle zu ihm kommen. „Oder sind Sie einer der Mitgeschleppten?“, fragt er. Denn er weiß, er kann sie alle bekehren.
Udo, der Musiker: Hollywoodreif klingt seine Komposition zur Verfilmung seiner Familienbiografie „Der Mann mit dem Fagott“. Ein Zusammenschnitt flimmert über die XL-Leinwand. Ob Violine oder Saxofon – den Musikern des Pepe-Lienhard-Orchester bietet er Raum für Soli. Er vermischt „Ich war noch niemals in New York“ mit Sinatras „New York, New York“ und tanzt dazu in Trippelschritten über die Bühne. „Ich fühl’ mich sauwohl heute Abend“, sagt er.
Udo, der Gesellschaftskritische: Politiker, Reality-Shows, das Internet – nichts bleibt von ihm verschont. Zum neuen Stück „Der ganz normale Wahnsinn“ werden Bilder von Wulff und Bohlen eingeblendet.
Und Udo, die Rampensau! Ein Medley mit einem Dutzend Hits – und die Leute flippen aus. Frauen mit roten Rosen stibitzen ihm das Einstecktuch. Lässig holt er ein neues aus der Innentasche seines Sakkos. „Merci Cherie“ gibt es als Bademantelzugabe – natürlich. Was für ein großer Abend! Und am 23. Oktober kommt er schon wieder!
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