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Illegale Altkleider-Sammlung: Dieser Container in Rahlstedt ist eine Falle

Dieser Altkleider-Container wurde in Rahlstedt illegal aufgestellt.

Dieser Altkleider-Container wurde in Rahlstedt illegal aufgestellt.

Foto:

hfr

Container für Altkleider und Schuhe stehen überall in der Stadt. Doch Vorsicht: Viele der auffälligen Kästen haben dubiose Firmen in ganz Hamburg aufgestellt, um unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit Geschäfte zu machen. Dabei wird mit dreisten Behauptungen Seriosität vorgetäuscht.

So wie jetzt in Rahlstedt. Das Geschäft mit Altkleidern ist lukrativ, Second-Hand-Ware auf Märkten in Osteuropa und Afrika gefragt. Pro Tonne Altkleider wird zwischen 350 und 500 Euro kassiert. Das lockt auch "schwarze Schafe".

Ein Schild auf dem Container an der Mecklenburger Straße weist auf die Firma "KSB" hin. Wer den Namen im Internet sucht, landet bei etlichen Artikeln über illegale Aufstellungen. Der Bezirk Wandsbek erklärt auf MOPO-Anfrage, dass auch für den Container in der Mecklenburger Straße keine Aufstellgenehmigung vorliege.

"KSB" ist nicht die einzige Firma, die das so praktiziert. Verschiedene gewerbliche Sammler nutzen Stellen, für die sich niemand zuständig fühlt: Auf unbebauten öffentlichen Grundstücken, neben anderen Sammelbehältern, an Supermärkten oder neben Bushaltestellen.

In Harburg wurden 2012 insgesamt 53 illegale Container auf öffentlichem Grund entdeckt, in diesem Jahr elf. Und was tun die Behörden dagegen? Wird im Bezirk Nord ein solcher Container entdeckt, werden die Aufsteller aufgefordert, ihn innerhalb von zwei Tagen zu entfernen. Geschieht das nicht, rückt die Stadtreinigung an. "Die Eigentümer müssen die Kosten von rund 100 Euro bezahlen", sagte ein Sprecher.

Aber reicht das? "Wir beobachten, dass illegal aufgestellte Container wie Pilze aus dem Boden schießen", sagt Thomas Ahlmann, Sprecher des Dachverbands "Fairwertung". Gemeinnützigen Organisationen würden dadurch erhebliche Mengen und damit wichtige Erlöse zur Finanzierung von sozialen Projekten entzogen.

Der Rahlstedter Politiker Ole Thorben Buschhüter (SPD) meint: "Es kann nicht sein, dass die Lumpen-Gauner Städte und Gemeinden zum Narren halten, indem sie Altkleidercontainer wild und ohne Genehmigung auf öffentlichen und privaten Flächen einfach so aufstellen. Ihnen muss das Handwerk gelegt werden."