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Gefrustete Einzelhändler im Grindelviertel: Aufstand gegen Online-Handel

Jimmy Blum vor seinem Laden. Er und andere Händler wollen vorerst keine Warensendungen mehr für Nachbarn annehmen.

Jimmy Blum vor seinem Laden. Er und andere Händler wollen vorerst keine Warensendungen mehr für Nachbarn annehmen.

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Ulrike Schmidt

#bigimage
Die Einzelhändler im Grindelviertel sind gefrustet. Sie verlieren immer mehr Kunden an den Online-Handel. Jetzt reagieren sie mit einer ungewöhnlichen Aktion. 60 Geschäfte wollen in dieser Woche keine Warensendungen mehr für die benachbarten Wohnungen annehmen.

"Wir fühlen uns oft als Paketstation missbraucht. Uns reicht’s", sagt Jimmy Blum (37), Inhaber eines Secondhand-Ladens in der Hartungstraße und Vorsitzender des Vereins "Grindel e.V." Bis Sonnabend wollen die Gewerbetreibenden die Paketannahme von Online-Versandhäusern für ihre Nachbarn verweigern. Und am Donnerstag kleben sie von 12 Uhr bis 16 Uhr ihre Schaufenster zu. "So wie es im Viertel aussehen würde, wenn bald alle nur noch im Internet kaufen", sagt er.

Der Ladenbesitzer ärgert sich, dass viele Kunden nur noch im Internet bestellen. "Wenn man auf dem platten Land wohnt, kann man das ja noch verstehen. Aber hier, wo es so viele tolle Läden vor der Haustür gibt, da verstehe ich es nicht", sagt er. Ihn fuchst es besonders, wenn Kunden seine Beratung in Anspruch nehmen, dann aber im Netz kaufen. "Manche fotografieren heimlich die Artikelnummer, um dann online zu bestellen", sagt er.

Durch ihre Aktion wollen die Gewerbetreibenden mit den Kunden ins Gespräch kommen. "Wir wollen den Leuten die Augen öffnen und sie ermuntern, den lokalen Einzelhandel zu stärken", sagt Jimmy Blum.

Wie die Kunden darauf reagieren, dass sie ihre bestellte Ware nun woanders abholen müssen, bleibt abzuwarten. Zumindest die Einzelhändler in anderen Stadtteilen sind schwer angetan von der Aktion.