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Feuerbergstraße: Messer-Attacke auf Flüchtlings-Betreuer: Wollte die Politik es vertuschen?

Am vergangenen Sonntag kam es im Kinder- und Jugendnotdienst an der Feuerbergstraße zu einem Großeinsatz der Polizei (Archiv-Foto).

Am vergangenen Sonntag kam es im Kinder- und Jugendnotdienst an der Feuerbergstraße zu einem Großeinsatz der Polizei (Archiv-Foto).

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ruega

Diese Geschichte könnte ein Nachspiel haben. Dann nämlich, wenn sich als wahr herausstellt, was bislang nur Mutmaßung ist: Dass nämlich die Politik versucht haben könnte, ein Vorkommnis unter den Teppich zu kehren, das sich Mitte Dezember im Kinder- und Jugendnotdienst an der Feuerbergstraße zugetragen hat. Dort gingen jugendliche Flüchtlinge mit Messern auf ihre Betreuer los – was erst am Sonnabend an die Öffentlichkeit kam.

Dass Hamburgs Sozialbehörde ein Problem hat mit einer kleinen Gruppe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, ist schon länger bekannt. Um 28 Teenager aus Nordafrika soll es sich handeln: Ihnen wird vorgeworfen, Kioske und Autos aufzubrechen und Passanten zu bestehlen. Mehrfach hat die Opposition dem Sozialsenator vorgeworfen, er bekomme die Sache nicht in den Griff – da kommt ein Vorfall wie dieser natürlich ungelegen. Ist das der Grund, weshalb nicht bekannt werden sollte, was in der Feuerbergstraße los war?

Aufgeflogen ist die Sache nun doch noch: Das „Abendblatt“ berichtete am Sonnabend darüber, dass vergangenen Sonntag ein 18-jähriger Bewohner des Kinder- und Jugendnotdienstes ausrastete, als er in eine andere Wohngruppe verlegt werden sollte. Die Situation geriet außer Kontrolle. Drei junge Männer bedrohten ihre Betreuer mit Messern, Rasierklingen und Stöcken. Und dann gingen sie auch noch auf die Polizei los. Erst als die Beamten ihre Dienstwaffe zogen, beruhigte sich die Lage. Insgesamt waren 14 Streifenwagen im Einsatz.

Normalerweise informiert die Polizei die Presse über nahezu jeden Handtaschenraub, jeden Einbruch. Warum nicht über diesen Vorfall? „Es liegt in unserem Ermessen, welche Ereignisse an die Medien berichtet werden“, sagte gestern ein Polizeisprecher. Angaben darüber, wer oder was ihn und seine Kollegen dazu bewogen hat, in diesem Fall keine Mitteilung zu verfassen, machte er nicht.

Oliver Klessmann, Sprecher der Sozialbehörde, bestritt am Sonnabend gegenüber der MOPO vehement, dass es eine Anweisung gab, die Angelegenheit zu vertuschen. „Hier wurde gar nichts unter den Teppich gekehrt!“ Im Übrigen habe das „Abendblatt“ den Vorfall ziemlich „dramatisiert“. Wörtlich sagte Klessmann: „So schlimm war es auch wieder nicht.“

Tatsächlich? Ein Mitarbeiter des Kinder- und Jugendnotdienstes sagte gestern zur MOPO, „die Sache“ sei im Gegenteil noch viel schlimmer, die Schilderungen sehr zurückhaltend gewesen. „In jedem Fall sind wir froh, dass die Sache jetzt öffentlich ist. Es muss einfach bekannt werden, dass wir hier mit der Lage völlig überfordert sind.“