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Der Fall Chantal und das katastrophale Krisenmanagement: High Noon für Sheriff Schreiber

Bezirksamtschef Markus Schreiber (SPD) sieht keinen Grund für einen Rücktritt. Doch der Druck wird immer größer.

Bezirksamtschef Markus Schreiber (SPD) sieht keinen Grund für einen Rücktritt. Doch der Druck wird immer größer.

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dpa

War’s das für den Bezirkschef? Entlarvende Aussage sorgt für Entsetzen


Entsetzen bei den Genossen, Rücktrittsforderungen von der gesamten Opposition: Für Mitte-Bezirksamtschef Markus Schreiber (SPD) wird es immer enger, nachdem er sich gestern Abend um Kopf und Kragen geredet hat. Schreiber selbst bleibt aber dabei: „Ich sehe keine persönliche Schuld.“

Jugendamt geht auf Tauchstation - Behörde will jetzt endlich Akteneinsicht nehmen

Was genau wusste das Harburger Jugendamt über die Drogenabhängigkeit der Pflegeeltern Wolfgang A. (51) und Sylvia L. (47) aus Wilhelmsburg? Darüber wurde jetzt erst einmal eine Nachrichtensperre verhängt. „Der Sozialdezernent wird jetzt die Akten einsehen und sich so lange nicht mehr äußern“, hieß es gestern aus der Pressestelle.
Harburg hatte das Paar 2005 überprüft, weil es die Pflege für sein Enkelkind Ashley (8) übernehmen wollte. Das Mädchen war damals erst ein Jahr alt und lebte quasi schon bei den Großeltern, weil die Mutter drogenabhängig war.
Sozialdezernent Holger Stuhlmann hatte sich in seinen Aussagen bisher immer auf Mitarbeiter berufen, denn die Akten konnte er nicht einsehen. Sie liegen seit 2008 im Bezirk Mitte und wurden erst gestern nach Harburg geschickt.
Zumindest die Drogenabhängigkeit und die Vorstrafen von Wolfgang A. sollen dem Amt bekannt gewesen sein.

Sozialarbeiter wälzen Akten - Wie viele Kinder leben noch bei Abhängigen?

Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) hat die Jugendämter aufgefordert, alle 1300 Pflegefamilien noch einmal zu prüfen. Jede einzelne Akte soll unter die Lupe genommen werden, um so sicherzustellen, dass nicht auch andere Kinder bei drogenabhängigen Pflegeeltern untergebracht sind.
„Wie sollen wir das schaffen? Wir sind eh überlastet und dann bleibt ein anderes brennendes Kinderschicksal liegen“, sagt ein Jugendamts-Mitarbeiter zur MOPO. „Aufklärung ist wichtig, aber das schaffen wir nicht neben dem Tagesgeschäft.“
Tatsächlich könnten noch weitere Kinder bei drogenabhängigen Verwandten in Pflege sein. Denn bisher waren hier Ausnahmen vorgesehen, wenn es die beste Lösung fürs Kind war. In Zukunft soll das laut Detlef Scheele nicht mehr möglich sein. s