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Das hat gepasst!: Tocotronic im ehrwürdigen Thalia-Theater

Sie begeistern die Zuschauer: Dirk von Lowtzow, Jan Müller, Arne Zank und Rick McPhail

Sie begeistern die Zuschauer: Dirk von Lowtzow, Jan Müller, Arne Zank und Rick McPhail

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dpa

Es gibt Konzerte, von denen weiß man, dass sie etwas Besonderes sind, noch bevor auf der Bühne irgendetwas passiert ist. So eines war am Montag das Konzert der Gruppe Tocotronic im ehrwürdigen Thalia-Theater. Man sollte denken, so ein Theater unterscheide sich gar nicht so sehr von einem Club: Alles ist eben etwas schicker. Und es gibt Sessel. Aber die Stimmung ist doch eine andere: Es riecht leicht süßlich nach Puder und Polstern, das Licht ist ein schöneres, der Sound ein anderer.

Vor den Toren des Gebäudes warteten sie: die Glücklichen, die eine der Karten für die ausverkaufte Show ergattert hatten. Fein hatten sie sich gemacht, viele sahen aus, wie einem Indie-Modeblog entsprungen.

Dann rief der Gong sie auf ihre Plätze und sie kamen auf die Bühne: Dirk von Lowtzow, Jan Müller, Arne Zank und Rick McPhail von Tocotronic nahmen ihre Plätze ein und stimmten die ersten Stücken des nagelneuen Albums "Wie wir leben wollen" an: "Im Keller" und "Ich will für dich nüchtern bleiben". Danach folgte "Meine Freundin und ihr Freund"- die neuen Stücke werden also an diesem Abend auch mit den älteren und jüngeren Hits gewürzt.

Auf den Bühnenhintergrund wurden Schriftzüge, Zeichnungen und Animationen projiziert. Zu "Alles wird in Flammen stehen" lief eine Szene aus dem 70er-Film "Lucifer Rising": Der Filmtitel in dicker, flammender Schrift geht über einer kitschigen Meeresszenerie auf. Das passte so gut, dass spätestens jetzt viele Fans Bauchschmerzen vor Freude bekommen haben dürften.

"Es besteht kein Sitzzwang", wie Sänger Dirk von Lowtzow die Fans gleich zu Anfang hin - und doch hielt die Theaterathmosphäre die meisten Besucher noch recht lange auf ihren Sitzen. Erst etwa ab der neuen Single "Pfad der Dämmerung", da wandelte sich die Stimmung von ehrfürchtig zu überschwänglich, schließlich gab es ausgelassene Zwischenrufe und Songwünsche. Nach rund anderthalb Stunden Konzert lockten der frenetische Jubel und die Standing Ovations die vier Musiker noch zweimal für eine Zugabe zurück auf die Bühne: Es regnete Hits, "Freiburg", "Drüben auf dem Hügel" und ganz zum Schluss "17". Fabelhaft.


Tocotronic im Thalia-Theater - wie gut das gepasst hat! Die Band gab dem Theater den Anschein einer New Yorker Lagerhalle, in der etwas Verbotenes passiert. Das Theater gab der Band den Anschein eines einzigen, zusammengehörigen Organismus. Das Endergebnis war großartig und sollte dringend einmal wiederholt werden.