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Container-Ärger: Stellingen: Flüchtlingsdorf wird zum Pulverfass

Auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Stellingen griffen Polizisten mehrere Beteiligte der Schlägerei auf. Sie kontrollierten ihre Personalien.

Auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Stellingen griffen Polizisten mehrere Beteiligte der Schlägerei auf. Sie kontrollierten ihre Personalien.

Foto:

TNN

Eine Körperverletzung im Flüchtlingsdorf soll der Auslöser gewesen sein: 80 bis 100 junge Männer lieferten sich in der Nacht zu Donnerstag am S-Bahnhof Stellingen eine Massenschlägerei. Es brodelt in der Erstaufnahmeeinrichtung: Über 1100 Menschen leben dort bereits auf engstem Raum. Hinter vorgehaltener Hand sprechen Einsatzkräfte längst von unhaltbaren Zuständen im Containerdorf.

Mittwochabend gegen 21.45 Uhr: Eine Gruppe von Tschetschenen und Eritreern gehen an der Schnackenburgallee aufeinander los. Angeblich auch mit Pflastersteinen, Schlagstöcken und Messern. Etwa 80 bis 100 Männer sind laut Polizei beteiligt. Die Auseinandersetzung verlagert sich zur S-Bahn-Station Stellingen. Dort greift ein Großaufgebot von Polizei und Bundespolizei ein.

Weil etliche der Männer über die Gleise flüchten, wird die S-Bahn-Strecke zwischen Pinneberg und Altona gesperrt. Ein gutes Dutzend Schläger kontrollieren die Beamten auf dem Bahnsteig. Gegen 1 Uhr herrscht wieder Ruhe.

Auslöser für die Massen-Schlägerei zwischen den beiden Gruppen soll laut Polizei eine Körperverletzung gewesen sein, die im Flüchtlingsdorf selber passierte. Unklar ist, ob die Beteiligten alle Bewohner des Containerdorfs sind.

Aber auf dem und rund um das Areal ist die Lage angespannt. Von offizieller Seite ist wenig zu den Problemen vor Ort zu erfahren. Doch Einsatzkräfte sprechen der MOPO gegenüber von schlimmen Zuständen. Täglich würden Rettungswagen zur Schnackenburgallee fahren. Konflikte nähmen zu, oft gebe es Polizeieinsätze.

„Mir tun die Menschen dort leid“, sagt ein Beamter. Viele Flüchtlinge auf engem Raum. Da sei Ärger programmiert.

„Uns ist bewusst, dass das für Konflikte sorgt“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde. Sie ist zuständig für die Erstaufnahme-Lager.

Das Personal und die Sicherheitskräfte vor Ort versuchten, so gut es geht, die Situation zu entschärfen, auch indem man ethnische Gruppen trenne.

Das Problem der Verdichtung könne aber nur gelöst werden, wenn es neue Flächen für die Erstaufnahme und mehr Plätze in der Folge-Unterbringung durch die Sozialbehörde gebe. Reschreiter: „Dann würde sich die Situation entspannen.“

Dass dies dringend nötig ist, zeigte sich am Donnerstag erneut am späten Nachmittag: Auf dem Gelände wurden neue Container bezugsfertig. Bewoner, die bisher in Zelten wohnten, sollten in diese umziehen. Doch eine Gruppe junger Männer fühlte sich benachteiligt. Sie wollten dort einziehen.

Es kam zu einer Rangeleien und legte sich mit dem Wachdienst an. Sofort war die Polizei mit 7 Streifenwagen am Tatort, zusätzlich wurden zwei Einheiten der Bundespolizei alarmiert. Mindestens fünf Randalierer wurden vorläufig festgenommen und zur Wache 25 gebracht.

Sie werden weiter in den Zelten wohnen müssen bis weitere Container fertig sind.


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