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Care Energy: Jetzt wird die Pleite zum Wirtschaftskrimi

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Firmenautos vor dem Care Energy-Sitz am Dessauer Ufer.

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Wunder

Die Pleite des dubiosen Hamburger Stromversorgers Care Energy mausert sich immer mehr zum Wirtschaftskrimi. Fast täglich melden weitere Firmen aus dem unübersichtlichen Konzerngeflecht Insolvenz an. Unterdessen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen die Ehefrau des Ende Januar verstorbenen Firmeninhabers Martin Richard Kristek ermittelt. Sie soll laut „Bild“ versucht haben, Wertgegenstände aus der Firma beiseite zu schaffen.

Nach dem überraschenden Tod Kristeks, der nur 44 Jahre alt wurde, hatten im Februar zunächst die Firmen Care Energy AG, Care Energy Management GmbH und Care Energy Holding GmbH Insolvenz beantragt. Seit Anfang März sind nun weitere Tochterfirmen pleite: darunter die Care-Energy Netzbetriebs- und Infrastruktur GmbH & Co. KG, die Energy TV24 GmbH, die Care Energy Verlag GmbH und die Family Office Kristek GmbH.

Gegen Kristek und seine Firmen wurde seit Monaten wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung ermittelt. Rund 300 Strafanzeigen liegen bei der Staatsanwaltschaft vor. Die meisten wurden von ehemaligen Stromkunden erstattet, die beklagen, dass ihnen Guthaben nicht ausgezahlt wurden bzw. sie mit falschen Endabrechnungen und Mahnungen bombardiert wurden.

Bisheriger Höhepunkt in diesem Wirtschaftskrimi ist der Versuch von Kristeks Witwe Viktoriya (41), Werte aus der Firma an sich zu bringen. Sie soll nur wenige Stunden nach dem Herz-Tod ihres Ehemanns Martin Richard Kristek in der Zentrale an der Dessauer Straße angerückt sein und habe im Beisein ihres Anwalt den Firmentresor geplündert. Das berichtet „Bild“.

Die Russin soll fast 30 Kfz-Briefe, Bargeld und Firmenunterlagen mitgenommen haben. Care-Energy-Insolvenzverwalter Jan Wilhelm hat das bestätigt: „Sie wurde dabei von Kameras gefilmt. Das Unternehmen hat Strafanzeige gestellt.“ Zu den Fahrzeugen zählten u.a. eine Harley, ein Jaguar, ein Mitsubishi-Pajero, ein VW-Amarok und mehrere Tesla-Elektrofahrzeuge. Wert zusammen: über eine Million Euro. Insolvenzverwalter Wilhelm: „Die Kfz-Briefe haben wir mittlerweile zurück, der Aufenthaltsort von fünf Autos ist noch unklar.“