Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, dem HSV und der Welt der Promis.
  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
    3,467 Abonnenten

Bruder von Freshta A. vor Gericht: „Ich hätte nicht gedacht, dass er die Eier hat, meine Schwester umzubringen

Der Angeklagte Babak S. (33, r.) muss sich für seine Tat derzeit vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte Babak S. (33, r.) muss sich für seine Tat derzeit vor Gericht verantworten.

Foto:

Marius Roeer Lizenz

Seine Freundin Freshta A. (30) galt als vermisst, er verteilte Flugzettel, weinte bittere Tränen – mit Babak S. litt im Juli des vergangenen Jahres wohl fast ganz Poppenbüttel. Dabei wusste der 33-Jährige genau, was mit der jungen Mutter passiert war. Er hatte sie umgebracht, mit dem Bademantel erdrosselt. Moshtaba A. (29), der Bruder der Toten, ergriff gestern vor Gericht das Wort.

„Was er getan hat, ist feige, ist pervers!“, sagt Moshtaba A (29). Sein Blick liegt auf Babak S., der mit gesenktem Kopf auf der Anklagebank sitzt. „Ich hatte zwar keine Beweise, aber ich wusste, dass er es war“, sagt Moshtaba A., der im Verfahren als Nebenkläger auftritt.

11.21 Uhr ist es genau, als der Richter das Wort an Moshtaba A. übergibt. Und der 29-jährige Student erzählt fast genau eine Stunde lang, wie er die schrecklichen Tage im Juli des vergangenen Jahres erlebte. Wie Babak S. mit ihm und seiner Familie gemeinsam weinte. Und wie er immer mehr an den Ausführungen des Freundes seiner Schwester zweifelte.

Am 12. Juli wurde Moshtaba A. von seiner Mutter angerufen. Es war etwa 8 Uhr und Ferri – so nannte die Familie Freshta – war nicht nach Hause gekommen. Der besorgte Bruder, der in Lübeck studiert, macht sich sofort auf den Weg.

Babak S. sagt, dass sie mit einer Petra einen Kaffee trinken wollte. Welche Petra, das wusste er angeblich nicht. Und so macht sich Moshtaba A. auf die Suche. Während Babak S. „sich heulend von meiner Mutter trösten lässt und den traurigen Lebensgefährten spielt“, kontaktiert Moshtaba A. alle Petras, die seine Schwester kannte. Ohne Erfolg. Moshtaba A.: „Da habe ich begonnen, an seinen Aussagen zu zweifeln.“ Wieder liegt sein Blick auf dem Angeklagten.

Moshtaba A.: „Ich habe alles getan, aber ich habe sie einfach nicht gefunden…“ Seine Stimme zittert. „Als ich in die Wohnung ging, roch alles total süßlich wie in einer Schokoladenfabrik. Am Auto war Schlamm an den Reifen. Und im Keller meiner Meinung nach Blutspuren.“ Früh, so sagt Moshtaba A., habe er Babak S. auf dem Kieker gehabt. „Und ich habe mich gefragt: Hat er die Eier, meine Schwester umzubringen? Nein, dafür hatte er zu viel Angst vor mir.“

Zwei Tage später die Gewissheit: Freshta A. ist tot. Ermordet. „Über uns ist die Hölle zusammengebrochen. Die Schreie meiner Familie werde ich nie vergessen“, so Moshtaba A. Im Zuschauerraum fließen Tränen.

„Diese drei Tage Hoffen waren das Schlimmste. Drei Tage musste ich sehen, wie meine Eltern um zehn Jahre altern. Und er sitzt da, weint und lässt sich trösten. Das ist krank. Mehr als nur krank. Er ist ein Arschloch, ein Schauspieler, seine Tränen nicht echt. Er hätte sogar seine Mutter für Drogen verkauft.“