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Boden verseucht: Flüchtlinge sollen auf Gift-Gelände in Lokstedt

Der Recyclinghof am Offakamp in Lokstedt wurde vor etwa einem Jahr geschlossen.

Der Recyclinghof am Offakamp in Lokstedt wurde vor etwa einem Jahr geschlossen.

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Archiv

Der Druck ist gewaltig. Die Obdachlosen-Unterkünfte sind voll, die Zahl der Flüchtlinge, die in Hamburg Asyl suchen, ist gestiegen. Um dem zu begegnen, sucht der Senat 1000 zusätzliche Unterbringungsplätze – und hat dabei auch das Gelände einer ehemaligen Mülldeponie im Blick.

Vor etwa einem Jahr schloss die Stadtreinigung ihren Recyclinghof am Offakamp (Lokstedt). Seitdem steht das Gelände leer. Jetzt aber sollen dort 177 Unterbringungsplätze vorwiegend für Zuwanderer entstehen. 31 davon in zwei Gebäuden des Recyclinghofes, dazu 128 Plätze in Containern und 18 in Wohnwagen, die in einem Leichtbauzelt stehen. 158 Plätze sollen bis Ende des Jahres fertig sein.

Die Pläne stehen – aber es hagelt Kritik. In den 1920er Jahren befand sich auf dem Gelände eine Mülldeponie. Der Boden ist zwar versiegelt, aber laut einem Gutachten finden sich unter der Oberfläche Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe. Die können Krebs auslösen. In kleinen Mengen fand man auch Arsen, Blei, Kupfer und Zink. „Das ist ein sensibles Gelände“, gibt das Bezirksamt zu. Man werde es auf Gesundheitsgefahren prüfen, sollten dort Flüchtlinge untergebracht werden.

Rüdiger Kuhn, CDU-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, weiß um die raren freien Flächen im Bezirk. Vor dem Standort Offakamp aber warnt er: „Wenn ich das Gutachten richtig interpretiere, ist es fahrlässig, auf dem Gelände Menschen unterzubringen.“

Am Dienstag (19.30 Uhr) findet in der Aula des Gymnasiums Corveystraße eine Anhörung statt. Am Donnerstag befasst sich die Bezirksversammlung mit dem Thema. Die Entscheidung aber liegt in Händen der Behörde.