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Behörde streicht stellen: Schulbibliotheken vor dem Aus

Schulbibliothekar Patrick Katzer (21) liest mit Gina (12), Kendra (14), Davia (12), Jasmin (13) und Ebru (13, v.l.).

Schulbibliothekar Patrick Katzer (21) liest mit Gina (12), Kendra (14), Davia (12), Jasmin (13) und Ebru (13, v.l.).

Foto:

Ulrike Schmidt

Die Schulbehörde dreht einem besonders ambitionierten Projekt den Geldhahn zu: An neun Schulen in sozial schwachen Gebieten wurden vor einem Jahr Schulbibliotheken eingerichtet. Für 1,5 Millionen Euro wurden Räume umgebaut, Bücher und PCs angeschafft. Doch nun sollen die befristeten Stellen für die neun Bibliothekare nicht verlängert werden. „Es ist eine Katastrophe, dass dieses Projekt so zu Ende geht“, sagt Helga Wendland, Leiterin der Ida-Ehre Schule in Eimsbüttel.

Eingerichtet wurden die Bibliotheken vor allem in Stadtteilen, in denen die Kinder zu Hause nicht zum Lesen animiert werden und wo zudem keine Bücherhalle in der Nähe ist. Dadurch, dass jede dieser neun Schulen einen eigenen Vollzeit-Bibliothekar hat, sind die Öffnungszeiten sehr großzügig und es werden auch systematische Bibliotheks-Einführungen mit den Schülern gemacht. Die Bibliothekare stellen außerdem Buchmaterial zu Unterrichtsthemen zusammen und unterstützen die Schüler bei der Internet-Recherche und in Datenbanken nach Büchern.

Die Gesamtschule Allermöhe etwa legte in einer umfangreichen Baumaßnahme sechs Räume zu einer Bibliothek zusammen und investierte dafür neben Mitteln aus der Bildungs-Behörde auch noch 90.000 Euro aus eigenen Mitteln. Heute kommen regelmäßig Schüler, um in Gruppen gemeinsam zu lernen.

Die Lesepaten der Ida-Ehre-Schule haben einen Brief an den Schulsenator geschickt und bitten Ties Rabe, seine Meinung zu ändern. „Der Schulbibliothekar ist unser Ansprechpartner bei der Frage, welche Bücher wir mit den Schülern lesen“, sagt Lesepatin Marlene Schmiedeberg. „Ehrenamtlich lässt sich eine Schulbibliothek nicht leiten. Daher ist die Streichung der Stellen unvertretbar.“