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Bald auch in Hamburg: „Uber“: App-Angriff auf Taxifahrer

Die US-Firma „Uber“ will mit ihrer App den Taxen-Markt aufmischen - bald auch in Hamburg.

Die US-Firma „Uber“ will mit ihrer App den Taxen-Markt aufmischen - bald auch in Hamburg.

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Fotolia / Screenshot

Warum ein Taxi nehmen, wenn’s auch eine Limousine mit Chauffeur sein kann? Die US-Firma „Uber“ (sprich: „Juhber“), die mit der gleichnamigen Smartphone-App derzeit weltweit den Taxi-Markt aufmischt, macht genau das möglich. In Europa stößt die Idee bisher allerdings nur auf wenig Gegenliebe, Taxenverbände wollen klagen. Trotzdem soll es den Service bald in Hamburg geben. Die MOPO beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist „Uber“? „Uber“ ist eine Handy-Anwendung, über die man sich einen fahrbaren Untersatz rufen kann – wie mit den Apps von 211211 und myTaxi. Anders als bei diesen Apps werden hier keine Taxen, sondern professionelle Chauffeure mit Limousinen („UberBlack“) beziehungsweise private Fahrer („UberPop“) beauftragt.

Wie funktioniert das? Professionelle und private Fahrer können sich auf der Internetseite anmelden und dann über die Handy-App Kunden finden. Uber selbst stellt keine Fahrer ein, sondern versteht sich als reine Vermittlungs-Plattform.

Wird Taxifahren damit billiger? Die Limousine mit Chauffeur gibt es zu einem Grundpreis von 4,50 Euro, zuzüglich 40 Cent pro Minute und 1,15 Euro pro gefahrenem Kilometer. Wer sich von einem privaten Fahrer kutschieren lässt, zahlt 1 Euro Startgebühr plus 35 Cent pro Minute und 1 Euro pro Kilometer – und das ist dann günstiger als eine Taxi-Fahrt.

Gibt es Kritik? Ja, viele Taxifahrer bangen um ihre Stellung, Behörden teilweise um die Sicherheit der Fahrgäste. In vielen Städten wird deshalb inzwischen gegen die US-Firma geklagt, in Frankreich ging der Unmut sogar so weit, dass Taxifahrer Autos der neuen Konkurrenz in Brand steckten. In Brüssel ist der Service seit Kurzem verboten und in Berlin hat ein einzelner Taxifahrer jetzt eine einstweilige Verfügung erwirkt. Demnach ist es Uber verboten, in der Hauptstadt weiter einen „taxenähnlichen Verkehr“ zu betreiben.

Verstößt das Konzept gegen Vorschriften? „Das ist eine illegale Personenbeförderung“, urteilt der Hamburger Taxifahrer Clemens Grün (54). Die Idee, dass Privatpersonen den Taxifahrer spielen, findet er „absurd“ und „katastrophal“. Patrick Studener, der für den weltweiten Ausbau von „Uber“ verantwortlich ist, sagt auf die Frage, ob das Geschäftsmodell illegal sei: „Viele Gesetze wurden geschrieben, als es noch kein Internet und keine Smartphones gab. Da versuchen wir gerade eine Lösung zu finden.“ Die deutschen Gesetze lassen eine solche App eigentlich nicht zu.

Wie geht’s in Berlin nach der Gerichtsentscheidung weiter? „Für ,Uber‘ ändert sich in Berlin gar nichts“, sagt Patrick Studener. Das Unternehmen will weitermachen – und bald auch in anderen Städten durchstarten.

Kommt „Uber“ dann auch nach Hamburg? Ja, das ist geplant. „Ein genaues Datum gibt’s noch nicht, aber wir wollen uns so schnell wie möglich in den restlichen Großstädten in Europa verbreiten“, erklärt Patrick Studener. Für Taxifahrer Clemens Grün ist sicher: „In dem Moment, wo die kommen, werden wir Probefahrten machen – und dann gibt’s eine Anzeige nach der anderen …“


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