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MOPO.de | Ausstellung in der Schanze: „Oz“: Erst Schmierfink, jetzt Künstler
28. February 2013
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Ausstellung in der Schanze: „Oz“: Erst Schmierfink, jetzt Künstler

Walter Josef F., besser bekannt als „Oz“, will nicht erkannt werden. Auf Fotos verbirgt der 63-Jährige sein Gesicht.

Walter Josef F., besser bekannt als „Oz“, will nicht erkannt werden. Auf Fotos verbirgt der 63-Jährige sein Gesicht.

Foto:

hfr

Man sieht sie auf Hauswänden, an Ampelmasten und auf Verteilerkästen: Smileys, Kringel und die Buchstaben OZ. Mehr als 120.000 Mal soll Walter Josef F. alias „Oz“ sie gesprüht haben. Acht Jahre saß er deshalb im Gefängnis. Gerade steht er wieder vor Gericht. Um die Prozesskosten begleichen zu können, hat er jetzt die Straße gegen ein Atelier eingetauscht. In der Galerie „OZM Art Space“ sind seine Werke zu kaufen.

Metergroße Leinwände, grellbunte Graffiti mit 3D-Effekt – und hier und da einer der bekannten Smileys. Wer nur die typischen „Oz“-Kringel kennt, wird sich wundern. Die Bilder, die in der Galerie „OneZeroMore“ in der Bartelsstraße 65 (Sternschanze) hängen, sind ganz anders als alles, was „Oz“ sonst so macht.

Seit Anfang Februar hat der umstrittene Künstler hier gearbeitet. Zuerst unwillig, denn: „Auf Leinwände habe ich nicht so einen Bock“, sagt er. „Für ihn war das zuerst eine Strafarbeit“, erklärt Galerist Alex Heimkind, der die Räume zur Verfügung stellte. „Aber er wusste, dass er mit dem Verkauf an Geld für seine Anwälte kommt.“

Und plötzlich hatte der scheue 63-Jährige doch Spaß. Er probierte Neues aus, arbeitete sogar zum ersten Mal mit anderen Künstlern zusammen – darunter Graffiti-Stars wie „Lady Wave“ und „Daim“. Die gemeinsam produzierten Bilder kosten bis zu 4500 Euro!

„Der Erlös dient vor allem der Tilgung der Prozesskosten“, sagt Anwalt Andreas Beuth. Und da kommt Einiges zusammen: Seit August 2012 steht „Oz“ wieder vor Gericht, ein Ende ist nicht vor Mai in Sicht. Zwei Mal in der Woche wird verhandelt, immer je eine Stunde lang. „Das ist nicht nur Schikane, sondern auch eine Verschwendung von Steuergeldern“, so Beuth. Beim letzten Mal beliefen sich die Prozesskosten auf 8000 Euro. Diesmal wird es vermutlich mehr, sagt Beuth.