Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.

Asklepios kauft „Atlantic“-Hotel: Wut über Profit-Interesse des Klinik-Konzerns

Diente schon James Bond als Filmkulisse: das „Atlantic“, auch als „weißes Schloss an der Alster“ bekannt

Diente schon James Bond als Filmkulisse: das „Atlantic“, auch als „weißes Schloss an der Alster“ bekannt

Foto:

dpa

Krankenliegen oder Kingsize-Betten. Mehrbettzimmer oder Luxus-Suiten. Kantinenfraß oder Frühstücksbuffet. Nach dem Verkauf des „Atlantic“-Hotels an den Krankenhauskonzern Asklepios fragen sich viele: Wie passt das zusammen? Von allen Seiten hagelt es Kritik.

„Da freuen wir uns aber!“, so die sarkastische Reaktion einer langjährigen Asklepios-Angestellten, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, gegenüber der MOPO. Und weiter: „Endlich wissen die Asklepios-Mitarbeiter, wofür sie arbeiten: Damit die internationalen (reichen) Patienten ihre Angehörigen in flauschigen Betten wissen.“

Der Kauf des 5-Sterne-Hotels sei eine „Ohrfeige für alle Mitarbeiter, die angesichts der massiven Sparmaßnahmen ihre Patienten nicht adäquat versorgen können“.

Auch der für den Bereich Krankenhäuser zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär Michael Stock meint: „Für die Patienten und die Beschäftigten in den Krankenhäusern wäre es besser, wenn die Gewinne, die in privaten Klinikkonzernen erzielt werden, in der Qualitätsverbesserung ankommen und damit keine Luxushotels finanziert werden.“ Nur durch eine gesetzliche Personalbemessung könne verhindert werden, dass Gewinne auf Kosten von Beschäftigten und Patienten gemacht werden.

Scharfe Worte äußerte auch Jens Kerstan, Fraktionsvorsitzender der Grünen-Bürgerschaftsfraktion: „Asklepios sollte seine Gewinne besser in die Verbesserung der Versorgung der breiten Bevölkerung investieren, anstatt Hotels zu kaufen, um einer kleinen Gruppe von besonders lukrativen Patienten besondere Konditionen bieten zu können.“ Erst kürzlich hätten Senatsanfragen der Grünen gezeigt, dass es beispielsweise in der Zentralen Notaufnahme in Altona eine massive Überbelastung des Personals gebe.

Und Kersten Artus von der Linken ergänzt: „Während Asklepios auf Einkaufstour geht, bleiben Pflegefachkräfte und Patienten auf der Strecke.“ Und: „Stationäre gesundheitliche Versorgung ist bei einem Investor in keinen guten Händen. Gesundheit darf keine Ware sein und muss vor Profitinteressen geschützt werden.“



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?